"Spill over"-Effekt des Euro wird stärker als erwartet

Bundesminister Farnleitner im "Club Euro" der Wirtschaftskammer Österreich

Wien (PWK) - Daß die künftige gemeinsame europäische Währung eine starke Währung sein wird, die nicht nur die Wirtschaft und Politik in der EU prägen, sondern auch weltweite Auswirkungen haben wird, davon zeigte sich Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner beim "Club Euro" am 12. Mai in der Wirtschaftskammer Österreich fest überzeugt. "Der Euro bedeutet die tiefste Zäsur in der europäischen Wirtschaftspolitik und zwingt zu wichtigen Veränderungen und Reformen innerhalb der Euro-Länder und auch weit darüber hinaus". ****

Europas Wirtschaft und Politik haben nicht gelernt mit niedrigen Zinsen und niedriger Inflation zu arbeiten. Der Euro schaffe ein neues Szenario, das Umdenken erfordert und das Überlegen einer gemeinsamen europäischen Strategie vorantreibt, so Farnleitner. Zum ersten Mal sei man ernsthaft um eine EU-weite gemeinsame Wirtschaftspolitik bemüht. Für Österreich gelte es, sich für den "intellektuellen Wettbewerb" einer gemeinsamen europäischen Wirtschaftspolitik bereit zu machen und den Weg für "eine harte Währung im Binnenmarkt und eine flexible Währung im Außenmarkt" zu ebnen.

Farnleitner schätzt, daß der "Spill over"-Effekt des Euro stärker ausfallen wird, als generell erwartet wird. So werden die EU-Nachbarländer vor allem durch den Zulieferbereich unter stärkeren Produktionsdruck geraten - ähnlich wie Österreich, als es begann den Schilling an die DM zu binden. Ausschlaggebend werden für die EU-Beitrittskandidaten nicht mehr so sehr die Maastricht-Kriterien als vielmehr der Stabilitätspakt sein, meinte Farnleitner.

Der Euro wird mit Sicherheit eine der Welt-Leitwährungen, und Europa brauche sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen; der Industriesektor sei sehr wettbewerbsfähig und auch die technologische Entwicklung in Europa sei um einiges besser als ihr Ruf. Ein großer Vorteil sei außerdem das hohe Bildungsniveau im handwerklichen Bereich. Auf der anderen Seite müsse eine hohe Arbeitslosigkeit und vor allem eine erschreckend hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpft und die Liberalisierung in Bereichen wie Energie, Umwelt oder Telekommunikation vorangetrieben werden. "Die gemeinsame Europa-Währung beschleunigt die Auseinandersetzung mit solchen Tatsachen und macht eine innere Reform der EU 'aus Euro-Gründen' zur Notwendigkeit", betonte Farnleitner.

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Mag. Matthias Koch

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