Kontrollbank Jahresergebnis 1997 Dienstleistungen weiter ausgebaut

Wien (OTS) - Die auf Export- und Kapitalmarktdienstleistungen spezialisierte Oesterreichische Kontrollbank AG (OEKB) wird wie in den drei vorangegangenen Jahren auch für 1997 eine Dividende von 12 % plus Bonus zur Dividende in Höhe von 10% und eine Sonderdividende von 23 % auf das Grundkapital von 440 Mio. Schilling ausschütten.

Das im Eigentum österreichischer und internationaler Banken stehende Spezialinstitut wies zum Jahresende 1997 eine Bilanzsumme von S 263,3 Mrd. Schilling (1996: 255, 6) aus, wovon 251,8 Mrd. (1996: 245 Mrd.) auf die Exportfinanzierung entfielen. Die Betriebserträge vor Betriebsaufwendungen und Reservendotierungen stiegen im Vorjahresvergleich von 1.702 auf 1.740 Mio. Schilling. Das Betriebsergebnis erreichte 527 Mio. Schilling (1996: 624 Mio. Schilling). Der Rückgang erklärt sich aus erheblichen Mehraufwendungen im EDV-Bereich.

Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Exportgarantie- und Refinanzierungssystems konnte die OeKB 1997 in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Finanzen wesentliche Weichenstellungen erreichen. Neben der vereinfachten Entgeltberechnung wirkte sich die vor allem für Klein- und Mittelbetriebe neukonzipierte Pauschalgarantie besonders positiv aus. Damit konnten kurzfristig zahlbare Exporte von rund 22 Milliarden Schilling abgesichert werden.

1998 wurden die Konditionen für die Exporteure weiter verbessert:
Am 1. April wurden die Zinsen für mittel und langfristige Exportfinanzierungen um 0,25 Prozentpunkte gesenkt; auch das Wechselbürgschaftsentgelt wurde reduziert und dem Risiko angepaßt. Bei Einzelgarantien für Sichtakkreditive konnte das Entgelt bei ausschließlicher Versicherung des Zahlungsausfallsrisikos halbiert werden.

Mit Mai 1998 konnte schließlich der politische Selbstbehalt für insgesamt 45 Länder auf Null gesenkt bzw. auf 5 % halbiert werden. Der im Rahmen der Exportoffensive konzipierte OeKB-Studienfonds hat seine Tätigkeit aufgenommen, demnächst wird die neue Markterschließungsgarantie das OeKB-Instrumentarium ergänzen.

1997 standen den Schadenszahlungen von 1,4 Mrd. Schilling Rückflüsse zu Schadenszahlungen von S 2,0 Mrd. gegenüber. Aus dem daraus erwachsenen Plus von 0,6 Mrd. Schilling und den 3 Mrd. Schilling vereinnahmten Entgelten summierte sich der Überschuß für die Republik auf 3,6 Milliarden Schilling (1996: - 0,5 Mrd. Schilling). Selbst nach Abzug von umschuldungsbedingten Zinsnachlässen von 1,4 Mrd Schilling ergibt sich ein Gesamtüberschuß von 2,2 Mrd. Schilling.

Insgesamt wurden im Berichtsjahr von der Republik Österreich Haftungen mit einem Gesamtvolumen von 50,6 Mrd. Schilling übernommen. Der Stand der Haftungen belief sich zum 31.12.1997 auf 359,2 Milliarden Schilling. Berücksichtigt man auch die in den Vorjahren erteilten und 1997 bestehenden revolvierenden Haftungen, so erfaßten die Exportgarantien damit etwa 9 % des gesamten heimischen Exports.

Im von der OeKB betreuten Exportfinanzierungsverfahren standen Ende 1997 Finanzierungen in Höhe von 240, 2 Milliarden Schilling aus. Im Berichtsjahr wurden 35,6 Mrd. Schilling an Krediten ausgezahlt. Die Rückflüsse aus Krediten beliefen sich auf 29,2 Mrd. Schilling (1996: 30,2). Die Kreditausweitung betrug netto 6,4 Mrd. Schilling (1996: 3,2 Mrd. Schilling).

Im Bereich ihrer Kapitalmarktdienstleistungen betreute die OeKB im Jahr 1997 als Geschäftsstelle für inländische Anleiheemissionen mit einem Emissionsnominale von 120,4 Mrd. Schilling knapp drei Viertel des gesamten Anleihevolumens (164,3 Mrd. Schilling). Anfang 1998 konnte die OeKB als Geschäftsstelle für Bundesanleihen ein neues elektronisches Auktionsverfahren in Betrieb nehmen. In der in der OeKB eingerichteten österreichischen Wertpapiersammelbank waren zu Jahresende 5.107 Wertpapierkategorien für 126 Deponenten verwahrt, davon Rentenwerte mit einem Nominale von 1.399 Milliarden Schilling.

In der Abwicklung der Geschäfte an der Wiener Wertpapierbörse verzeichnete die OeKB 1997 den bisher höchsten Gesamtumsatz von 232,8 Milliarden Schilling. Das vollelektronische Handelssystem EQOS (Electronic Quote and Order-driven System) für den Kassamarkt wurde zügig ausgebaut. Ende 1997 wurden mit 41 Titeln bereits 89 % des Börseumsatzes vollelektronisch gehandelt und abgewickelt.

Die weiter hohen Umsätze des laufenden Jahres unterstreichen den liquiditätssteigernden Effekt des von der OeKB bereitgestellten Handelssystems. Mit dem Wegfall des Wiener Parketthandels und der Einsparung der Vermittlergebühren konnten sich die Marktteilnehmer bisher Transaktionskosten in der Höhe von über 280 Millionen Schilling ersparen. Nach der strategischen Entscheidung der Zusammenarbeit mit der Frankfurter Börse wird die OeKB das EQOS-Handelssystem bis zumindest Mitte 1999 fortführen.

Der Euro wird die Transparenz der Kapitalmärkte weiter erhöhen. In der Euro-Welt gilt es daher, die Attraktivität der eigenen Wertpapierprodukte ständig zu verbessern. Die OeKB tut dies als internationaler Emittent im Rahmen des Exportfinanzierungsverfahrens durch Einrichtung einer der ersten "Global Issuance Facilities", wodurch weltweit in den wichtigsten Finanzzentren ein einheitliches OeKB-Standardwertpapierprodukt plaziert werden kann.

Daß sich die OeKB zu einem gefragten Informationsmanagement-Partner der Wirtschaft entwickelt, bestätigt auch das Jahr 1997. Sowohl das Finanzanalysesystem "Profit Line", die WertpapierDatenBank Österreich als auch die Wirtschaftsdatenbank FinEcon wurden vom Markt gut angenommen.

Profit Line hat sich inzwischen als elektronisches FinanzDatenService über österreichische Wertpapiere und börsenotierte Unternehmen bewährt und stellt online Finanzanalysekennzahlen zur Verfügung, die zur Transparenz des österreichischen Kapitalmarkts beitragen.

Die Finanz- und Wirtschaftsdatenbank FinEcon sich zu einem heute rund 17.000 Literaturhinweise umfassenden Pool von Informationen zu wesentlichen Fragen des Wirtschaftsgeschehens weltweit entwickelt. Die ursprünglich für den internen Gebrauch konzipierte Datenbank ist über internationale Hosts via Internet weltweit abrufbar.

Das Know-how der OeKB bei der Bewertung und Aufbereitung von Wirtschaftsinformationen wird nun auch für die Bereitstellung von elektronischen Pressediensten gemeinsam mit der Austria Presse Agentur (APA) verwertet: Im Rahmen dieser Kooperation werden österreichischen Finanzinstituten und Industriebetrieben maßgeschneiderte Lösungen für den täglichen Online-Pressespiegel angeboten. OeKB-Experten garantieren für die fachlich kompetente Selektion und die strukturierte Zusammenstellung der Inhalte.

Rückfragenhinweis: Nähere Informationen und Bestellungen des Geschäftsberichtes 1997: OeKB Öffentlichkeitsarbeit, Tel. (01)531 27-441, oeffentlichkeitsarbeit@oekb.co.at

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