Dr. Bernhard Görg im Polycollege-Stöbergasse

Wien (OTS) - Ein prominenter Gast im Polycollege-Stöbergasse. Vizebürgermeister Dr. Bernhard Görg, amtsführender Stadtrat für Planung und Zukunft, besichtigt die Räumlichkeiten, lernt führende Mitarbeiter kennen und diskutiert mit Vorstandsmitgliedern und der Direktion über die Entwicklung der Volkshochschule. Spezielle Themen sind der positive Aufschwung des Polycollege, aber auch die Raumproblematik, mit der die größte Volkshochschule Österreichs seit Jahren kämpft.

Polycollege Entwicklung

Entstanden aus dem Geist einer Bibliotheksbewegung entstand ein Kreativzentrum, dessen Dimension nahezu alle Lebensbereiche umfaßt. Angeboten wird nicht nur Aus - und Weiterbildung auf allen Linien. Ein innovativer Filmverleih (Polyfilm), eine Buchhandlung, weltweite Sprachreisen und zwei Kinos (Filmcasino, Filmhaus Stöbergasse), gehören ebenso zum Polycollege wie die Schule für Radio Journalismus, wo der Sender 'Radio 1476' (Ö1 Frequenz) auf Sendung geht. In Kooperation mit dem ORF werden hier Radioprogramme von Nachwuchsjournalisten produziert. Nicht zuletzt die Krise am Arbeitsmarkt lockt österreichweit immer mehr Menschen in die Volkshochschulen. Jährlich strömen etwa 500 000 Menschen in diese Bildungseinrichtungen. Alleine das Polycollege verzeichnete über 30 000 Kursteilnehmer. Innerhalb von 10 Jahren hat sich die Anzahl der Besucher verdreifacht.

Als eine von 18 Wiener Volkshochschulen organisiert man ca. 3000 Kurse und Veranstaltungen pro Jahr - mehr als 20 Prozent aller VHS-Veranstaltungen in Wien. 60 Mitarbeiter und über 600 Kursleiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf dieses umfassenden Bildungsangebots. Die Kursinhalte reichen von Allgemeinbildung und den Bereichen Wirtschaft und Beruf (z.B. die neue Berufsreifeprüfung) über Multimediangebote (z.B. Radio & Internet), Persönlichkeitsentwicklung bis hin zu Kunst, Sport Gesundheit und körperorientierte Selbsterfahrung. Doch den größten Teil (40%) der Offerte machen nach wie vor völkerverbindende Sprachkurse aus. Komplexe Kursangebote zu mehr als 30 Fremdsprachen stehen zur Auswahl.

Raumprobleme

Die Entwicklung ist positiv, aber man kämpft mit gravierenden Raumproblemen. Pro Abend benötigt man 111 Kursräume für den Unterricht. Im Polycollege selbst stehen aber nur 10 Kursräume zur Verfügung - der Rest muß teuer angemietet werden. Seit Jahren bemüht man sich, die Stadt zum Kauf eines größeren Erweiterungsobjektes zu bewegen - bis jetzt ohne Erfolg.

Geschichte

Der Wiener Volksbildungsverein, heute Polycollege - Stöbergasse, wurde am 22. Jänner 1887 gegründet. Die Begründer kamen aus dem liberalen Bürgertum und nationalen akademischen Kreisen. Ziele waren:
Errichtung und Erhaltung von Volksbibliotheken, Gründung von Fortbildungsschulen, Inszenierung von Vorträgen zu wissenschaftlichen Themen und praktischen, lebenskundlichen Fragen, sowie Organisation von Kursen für kaufmännisches Wissen und Sprachen. Die Vorträge wurden mit Konzerten und Vorlesungen von Schauspielern ergänzt. Durchschnittlich kamen 150- 600 Personen zu diesen Veranstaltungen. Die Vereinsgründung war Ausdruck einer Bildungs - und Kulturbewegung, die sich nach englischem Vorbild (Universität Cambridge) von dem Grundsatz leiten ließ, Wissenschaft und Kunst in alle sozialen Schichten hinauszutragen. Dabei sollte der Bildungsauftrag der Schulen ergänzt werden, damit ein Lern- und Bildungsprozeß auch im Erwachsenenalter weiterhin ermöglicht wird. Die Vereinstätigkeit, die seit 111 Jahren kontinuierlich weitergeführt wird, führte zur Errichtung des Polycollege Stöbergasse.

Programme für Minderheiten und Subkulturen

In den letzten Jahren entwickelte man Kurse, die sich neben dem traditionellen Bildungsbereich (Sprachen, fremde Länder und Kulturen, persönliche Fertigkeiten, berufliche Weiterbildung) vor allem mit den Problemfeldern unser Gesellschaft auseinandersetzen:
Randgruppenprobleme, Minderheitenanliegen, die Frauenbewegung, Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung Gastarbeiterthemen, alternative und ökologische Bewegungen stehen im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen. Daraus ergibt sich die Zuwendung zu neuen Zielgruppen und teilweise Suche nach neuen Vermittlungsformen. Manche dieser Kurse verzeichnen aufgrund ihrer Thematik oft relativ geringe Teinlnehmerzahlen auf. Trotzdem werden solche Veranstaltungen im Programm mitgetragen, da so Minderheiten die Möglichkeit erhalten, Kurse zu buchen, die sonst nicht oder kaum angeboten werden. Sozialer Nebeneffekt ist auch, daß im Polycollege unterschiedliche Bevölkerungsschichten durch gleiche Interessen zusammengeführt werden, die im Alltag wenig oder keinen Kontakt haben. Auch in Zukunft will man traditionelle als auch ausgefallene Kursangebote für alle Bevölkerungsschichten entwickeln. Direktor Mag. Billek: "Hinter unserem Bildungsauftrag steht die bestmögliche Entwicklung des einzelnen Menschen und somit auch der Gesellschaft als Ganzes im Vordergrund.'

Kursprogramm/Information: Polycollege

Stöbergasse 11 - 15
1050 Wien
Tel: 54666 - 0
Fax: 54666 -19

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