AK Wien Vollversammlung: Ausbildungspaket für Jugendliche in Wien rasch umsetzen

Berufslehrgänge müssen umgehend vorbereitet werden - für Lastenausgleich, wenn "Gießkannenförderung" für Lehrbetriebe nicht wirkt

Wien (OTS) Die Vollversammlung der AK Wien fordert die rasche Umsetzung des Ausbildungspakets für Jugendliche, auf das sich die Regierung im nationalen Aktionsplan für Beschäftigung verständigt hat. Auf Antrag der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) verlangt die Vollversammlung vor allem Berufslehrgänge an den Wiener Berufsschulen, den Ausbau der Schulplätze an den Wiener berufsbildenden Schulen und die Möglichkeit, den Pflichtschulabschluß kostenlos an öffentlichen Schulen nachholen zu können. Überdies müsse die Forderung nach einem Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben aktualisiert werden, wenn sich "Gießkannenförderung" durch steuerliche Anreize für Lehrbetriebe als wirkungslos erweist.****

Die Vollversammlung der AK Wien fordert, daß in Wien zusätzlich zur Ausbildung von Jugendlichen in Lehrwerkstätten und Lehrlingsstiftungen auch Berufslehrgänge eingerichtet werden. Das Projekt soll "umgehend" in Angriff genommen werden. Die vorerst einjährigen Ausbildungsangebote sollen an den Wiener Berufsschulen organisiert werden und spätestens im November beginnen. Lehrstellensuchende mit einem positiven Abschluß der Pflichtschule sollen eine Ausbildung erhalten, die ihnen beim Übertritt in ein Lehrverhältnis voll angerechnet wird. Die Jugendlichen in den Lehrgängen müssen mit Lehrlingen sozialversicherungsrechtlich gleichgestellt werden und monatlich 2.000 Schilling Ausbildungsbeihilfe bekommen.

An den Wiener berufsbildenden Schulen forderet die Vollversammlung der AK Wien den Ausbau der Schulplätze. Die Vollversammlung kritisiert, daß im Vorjahr gleich 1.000 von den berufsbildenden Schulen abgewiesene Wiener Jugendliche ihr 9. Schuljahr in einer allgemeinbildenden Schule absolvieren mußten. Aufgehoben werden müsse an diesen Schulen das Repetierverbot für Erstklassler mit mehr als drei Fünfern im Jahreszeugnis, und durch eine Anhebung
der pädagogischen Qualität müsse die Abbrecherquote gesenkt werden.

Weiters fordert die Vollversammlung der AK Wien rasch die gesetzlichen Voraussetzungen dafür, daß Jugendliche bis 18 den Pflichtschulabschluß an öffentlichen Schulen kostenlos nachholen können. Ein entsprechender Schulversuch des Wiener Stadtschulrats soll ins Regelschulwesen überführt werden. Eine erhebliche Zahl von Wiener Schulerinnen und Schülern habe voriges Jahr die Hauptschule ohene Abschluß verlassen. Aber fundierte Berufsorientierung und ein positiver Pflichtschulabschluß, so die Vollversammlung seien "heute als wesentliche Elemente einer Grundqualifizierung anzusehen und auch bei der Lehrstellensuche
fast schon Vorbedingung".

Mit besonderer Aufmerksamkeit, so die Vollversammlung der AK Wien, werden schließlich die steuerlichen Anreize für Betriebe zu beobachten sein. "Für den Fall der Erfolglosigkeit einer
derartigen Gießkannenförderung aktualisiert sich die Forderung nach einem Lastenausgleich in aller Dringlichkeit und Schärfe", heißt es in der Resolution der Vollversammlung zum nationalen Aktionsplan für Beschäftigung.

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