Bergbau entwickelte sich 1997 positiv

Auftragslage hat sich vor allem in den exportorientierten Branchen gebessert

Wien (PWK) - "Dem österreichischen Bergbau ging es im vergangenen Jahr besser als erwartet", stellte Erich Staska, stv. Vorsteher des FV Bergbau-Stahl und Generaldirektor der österr. Bergbau-Holding-AG (ÖBAG), bei der Jahrespressekonferenz seines Verbandes fest. Obwohl immer noch keine exakten Daten aus dem Statistischen Zentralamt vorliegen, dürften sich die wesentlichen Bereiche positiv entwickelt haben. Der Fachverband rechnet mit einer ähnlich hohen abgesetzten Produktion wie 1996 (rund 7,2 Mrd Schilling). Vor allem in exportintensiven Branchen wie dem Magnesitbergbau hat sich die Auftragslage im vergangenen Jahr deutlich gebessert. Aber auch Branchen wie Talk, Wolfram, Gips und Anhydritbergbau konnten eine durchaus zufriedenstellende Exportrate erzielen. Stabil blieb in etwa die Auftragslage im Braunkohle-, Salz- und Kaolinbergbau. ****

Die erfreuliche Auftragslage darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß die Preise für die meisten mineralischen Rohstoffe stagnieren. Geringfügige Preiserhöhungen konnten lediglich in Teilen des Magnesit- und des Talkbergbaus erreicht werden. Die stagnierende Preissituation führt auf der Kostenseite dazu, daß die Firmen weiter rationalisieren müssen.

Sollte sich die Konjunktursituation 1998 weiter verbessern, dann können auch die exportintensiven Branchen wie Magnesit, Talk, Wolfram, Gips und Anhydritbergbau mit Optimismus in die Zukunft blicken. Gefahren drohen der gesamten Rohstoffbranche eher durch die wirtschaftsfeindliche Umsetzung der Richtlinie 97/11 (Entwurf zum UVP-Gesetz) und ein Verschleppen der dringend notwendigen Novelle des Berggesetzes, was den weiteren Abbau von mineralischen Rohstoffen massiv erschwert.

Das einzige Braunkohlebergbauunternehmen in Österreich, die Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbau-Gesellschaft, konnte im Vorjahr die Produktion um 1,5% auf ca. 1,12 Mio t steigern. Auf eine unveränderte Produktionslage konnte der Eisenerzbergbau verweisen. Die Jahresproduktion 1997 betrug 1,3 Mio t Erz. Die Preisentwicklung gegenüber den Vorjahren war auch 1997 rückläufig. Dies wurde durch weitere Rationalisierungen und vermehrte Erlöse im Dienstleistungssektor abgefangen.

Das Mittersiller Bergbauunternehmen, die größte Wolfram-Mine der westlichen Welt, förderte 1997 ca 384.000 t Erz. Damit war eine gute Auftragslage verbunden. Der Wolframbergbau ist sowohl im Bergbau als auch im Hüttenbereich nun mit ISO 9001 zertifiziert. Auf eine Fortsetzung seiner "Erfolgsstory" kann Österreichs einziger Bergbau-und Aufbereitungsbetrieb des Industrieminerals Talkum hinweisen. Die Auftragslage hat sich im vergangenen Jahr weiter verbessert, die Ostexporte konnten um 2% gesteigert werden. Erfreulicherweise gelang es dem Talkbergbau als eine der wenigen Rohstoffbranchen leichte Preiserhöhungen durchzusetzen. Der Kaolinbergbau entwickelte sich 1997 weitgehend zufriedenstellend, die Auftragslage blieb gegenüber dem Vorjahr in etwa auf gleichem Niveau. Die Preise entwickelten sich uneinheitlich. Bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ist man vorsichtig optimistisch.

Auf ein durchaus zufriedenstellendes Jahr kann der österreichische Magnesitbergbau dank der höheren Stahlproduktion in Westeuropa und der Verarbeitungsqualität der österreichischen Feuerfestproduktion zurückblicken. Die gute Auftragslage in Westeuropa konnte sogar die aufgrund der Konjunkturkrise in Asien entstandenen Ausfälle begrenzen. Die weltweite Nachfrage sorgte für ein Produktionsplus von 5 %, die Preise blieben stabil. Konsequent ausweiten will der größte Feuerfesthersteller seine Forschungsausgaben.

Die Auftragslage im Salzbergbau entspricht in etwa der des Vorjahres. Rückgänge im Inland konnten durch zusätzliche Exporte substituiert werden. Die Produktion von Sole und Salz befand sich an der Kapazitätsgrenze und entsprach in etwa den Werten des Vorjahres. Erfreulicherweise nahmen im letzten Quartal die Exporte zu, die inzwischen rund 25 % des Umsatzes ausmachen. Auf eine positive Auftragslage konnte auch der Gips- und Anhydritbergbau verweisen. Die Produktion stieg im letzten Quartal 1997 um 10 %.
(Schluß) mh

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