AK - Tumpel: Vorrang für Beschäftigung - 1

Beschäftigung - zentrales Thema der 126. Vollversammlung der AK Wien

Wien (OTS) - Beschäftigung sichern und schaffen war das zentrale Thema der Rede von AK Präsident Herbert Tumpel vor der heutigen Vollversammlung der AK Wien. Primär gehe es für Tumpel nunmehr um die Umsetzung der konkreten Ziele des nationalen Aktionsplanes.
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Als Ergebnis des Beschäftigungsplans erwartet sich Tumpel eine nachhaltige Verringerung der Arbeitslosenrate. Bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen werde aber eine Ausrichtung auf bestimmte Schwerpunkte notwendig sein. Gerade zur Verbesserung der Situation in Wien werde es nötig sein, in den nächsten fünf Jahren eine Halbierung der Langzeitarbeitslosigkeit zu erreichen. Ein Absenken der Arbeitslosigkeit um nur einen Prozentpunkt bringe bereits eine Ersparnis Milliardenhöhe, rechnete der AK Präsident vor.

Kinder und Karriere
Wichtig sei das im Aktionsplan festgehaltene Ziel einer
nachhaltigen Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen im Erwerbsleben. Der AK Präsident forderte erneut das Recht auf Teilzeit für eltern betreuungspflichtiger Kinder, ein Mitspracherecht der Eltern von betreuungspflichtigen Kindern bei
der Arbeitszeitgestaltung, eine bessere Einbeziehung in den
Betrieb während der Karenz und einen ausgeweiteten Kündigungsschutz nach Ablauf des Karenzurlaubes. Maßnahmen, die geeignet sind, Kinder und Karriere nebeneinander zu ermöglichen, seien aus arbeitsmarktpolitischer Sicht sehr wichtig, so Tumpel.

Wirtschaft ankurbeln, Nachfrage steigern, Arbeit schaffen
Zufrieden zeigte sich der Wiener AK Präsident damit, daß im nationalen Aktionsplan die Förderung des Wirtschaftswachstums und damit der Beschäftigung vorgesehen sind. Konkret sollen bereits geplante Investitionsvorhaben in die Infrastruktur beschleunigt werden. Für Wien, so Tumpel, wären der Ausbau und die Verlängerung von Schnell- und U-Bahnlinien, aber auch die Erweiterung und Verdichtung des Straßenbehnnetzes rasch wirksame und kostenmäßig realisierbare Maßnahmen.

Steigerung der Nachfrage, Ankurbeln der Wirtschaft und Schaffung
von Beschäftigung: Auf dieser Grundlage wird die AK in der Steuerreformkommission neben der Entlastung des Faktors Arbeit für eine spürbare Senkung der Lohnsteuer bei kleinen und mittleren Einkommen eintreten. Tumpel verwies in seiner Rede auf das Ungleichgewicht der Belastung der Faktoren Arbeit und Kapital. Ein Ausgleich sei daher eine Frage der Fairness und der Gerechtigkeit:
"Die Steuerreform 2000 muß für die Arbeitnehmer eine deutliche Entlastung bringen."

Bekämpfung illegaler organisierter Schwarzunternehmer
Es müsse auch im Interesse aller seriösen Unternehmer liegen, das illegale organisierte Schwarzunternehmertum zu bekämpfen. Diese Unternehmen betrieben nicht nur massive Abgabenhinterziehung, sondern enthielten auch den Arbeitnehmern den zustehenden Lohn und eine soziale Absicherung vor. Die Bekämpfung dieser Wirtschaftskriminalität müsse sich gegen die richten, die diese organisieren und nicht gegen jene, die in diesem System mißbraucht werden, forderte Tumpel.

Vorsicht bei der Osterweiterung
Tumpel verwies einmal mehr auf die drohenden Anpassungsprobleme im Zuge einer zu raschen Osterweiterung. Der AK Präsident betonte die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Abfederung dieser Probleme und
von Übergangsbedingungen. Mit dem nationalen Aktionsplan hätte Östereich einen Weg zum Ausbau der qualifizierten aktiven Arbeitsmarktpolitik und zur Sicherung des heimischen
Arbeitsmarktes eingeschlagen. Dieser Weg wäre mühsam genug und dürfe nicht durch Problemüberlastung gefährdet werden, betonte Tumpel.

(Forts.)

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