Cabana: Wünsche der Ärztekammer führen zum Berufsverbot für Apotheker am Land

Als Folge des VfGH-Erkenntnis verlieren nur 50 von 6230 praktischen Ärzten ihr Zusatzeinkommen aus den Hausapotheken

Wien (OTS) - "Wir weisen die Absicht der Ärztekammer, das Weiterbestehen von ärztlichen Hausapotheken künftig auch neben neueröffneten öffentlichen Apotheken zu ermöglichen, zurück." Das stellte heute der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana, zu einer diesbezüglichen Gesetzesinitiative der Ärztevertreter fest.

* Das von der Ärztekammer gewünschte Nebeneinander von ärztlicher Hausapotheke und öffentlicher Apotheke ist in der Praxis nicht möglich. Ohne die Rezepte des Arztes ist eine Apotheke wirtschaftlich nicht lebensfähig. Neugründungen von Apotheken am Land wären, wird der Intention der Ärztekammer nachgegeben, nicht mehr möglich. Das bedeutet ein Berufsverbot für Apotheker am Land. Darüber hinaus geht es in der aktuellen Diskussion um nur 50 von österreichweit 6230 praktischen Ärzten. Diese werden ihr Zusatzeinkommen aus der Hausapotheke in den kommenden Jahren als Folge des VfGH-Erkenntnisses vom März verlieren.

* Laut Erkenntnis des Verfassungsgerichgshofes (VfGH) vom vergangenen März und der täglich bewiesenen Praxis, sichert eine Apotheke im Sinne einer umfassenden Nahversorgung die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten und anderen Apothekerwaren besser als eine ärztliche Hausapotheke. Das zeigen z.B. die weit besseren Öffnungszeiten einer öffentlichen Apotheke: In der Hausapotheke darf nur der Arzt und nur während der Ordinationszeiten Medikamente abgeben. Die vertragliche Ordinationszeit niederösterreichischer Kassenärzte liegt bei 12 Wochenstunden. Hingegen haben Apotheken eine generelle Betriebszeit von 44 Wochenstunden. Dazu kommen noch die Dienste in der Nacht und am Wochenende. Auch muß eine Apotheke ganzjährig geöffnet haben. Ärzte sperren Ordinationen wegen Hausbesuchen, dem Besuch von Tagungen und wegen Urlaubs zu.

Utl.: Nationalrat soll apothekerliche Hauszustellung im Gesetz verankern =

Cabana betont auch, daß die Apotheker bereit sind, am Land, in jenen Fällen, in denen der Arzt bei einem Patienten ist und dieser sich sein Medikament nicht selbst aus der Apotheke holen kann, dieses zuzustellen. "Das sollte der Nationalrat im Gesetz verankern", schlägt Cabana vor.

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