OeNB - Die Rolle der Wirtschaftspolitik und nationaler Notenbanken in der WWU

Wien (OTS) - Die diesjährige Volkswirtschaftliche Tagung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) fand am 7. und 8. Mai in
Wien statt. Unter der Leitung von Generaldirektor Wala und
Frau Dir. Dr. Tumpel-Gugerell diskutierten Persönlichkeiten
(siehe beiligendes Tagungsprogramm) aus Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik zum Generalthema "Wirtschaftspolitik
2000 - Die Rolle der Wirtschaftspolitik und nationaler
Notenbanken in der WWU".

Die wirtschaftspolitische Koordination in der Wirtschafts-
und Währungsunion wurde von den anwesenden Experten
grundsätzlich für wünschenswert gehalten. Über den Grad der Koordinierung gab es unterschiedliche Ansichten; hier wird erst
die Praxis der Währungsunion die genaue Richtung zeigen. Die Mechanismen der wirtschaftspolitischen Koordinierung sind auf
jeden Fall durch den EU-Vertrag klar vorgegeben und werden in
der Schaffung der EuroX-Gruppe ihre institutionelle
Konkretisierung für die Euro-Länder finden.

Die österreichischen Sozialpartner kamen in ihrer Podiumsdiskussion zu dem Schluß, daß weiterhin ein wirtschaftspolitischer Spielraum für die WWU-Teilnehmer
besteht, da die Budget- und die Einkommenspolitik in der
nationalen Verantwortung verbleiben. Allerdings werde dieser Spielraum durch die Erfordernisse der stabilitätsorientierten Geldpolitik und die Vorgaben des Stabilitätspakts begrenzt
sein.

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung lag auf der künftigen
Rolle der nationalen Notenbanken. Diese werden auch künftig die Vorbereitung und Ausführung der Notenbankpolitik wahrnehmen,
die Entscheidungen werden im EZB-Rat getroffen. Die Gouverneure
der nationalen Zentralbanken werden im EZB-Rat über je eine
Stimme verfügen. Betreffend die geldpolitische Strategie
erscheine es empfehlenswert, Elemente sowohl der
Geldmengensteuerung als auch eines Inflationsziels zu berücksichtigen.

Abschließend wurden die Auswirkungen der einheitlichen
Währung und der fortschreitenden Globalisierung auf die
Struktur der Finanzindustrie in Europa behandelt. Die österreichischen Banken, so das Ergebnis der Diskussion, sind
für die bevorstehenden großen europäischen und globalen Herausforderungen gut gerüstet. Die Notwendigkeit von
Flexibilität und Anpassungen wird erkannt.

Tagungsprogramm:
26. Volkswirtschaftliche Tagung der OeNB - 7. - 8. Mai 1998 Wirtschaftspolitik 2000 - Die Rolle der Wirtschaftspolitik und nationaler Notenbanken in der WWU

DONNERSTAG, 7. MAI 1998

13.30 Uhr Adolf Wala
Generaldirektor
Oesterreichische Nationalbank
Tagungseröffnung und Tagungsvorsitz

13.45 Uhr Rudolf Edlinger
Bundesminister für Finanzen
Wirtschaftspolitische Koordination in der WWU

14.30 Uhr Podiumsdiskussion:
Ist wirtschaftspolitische Koordination
in der WWU erforderlich ?
Tagungsvorsitz und Moderation:
Gertrude Tumpel-Gugerell
Mitglied des Direktoriums
Oesterreichische Nationalbank

Paul de Grauwe
Professor
Katholieke Universiteit Leuven

Philippe Lagayette
ehem. Vizegouverneur
Banque de France

Michael Mussa
Forschungsdirektor, Wirtschaftlicher Berater
IWF

Ignazio Visco
Chefökonom
OECD

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr Podiumsdiskussion:
Österreichs wirtschaftspolitischer Spielraum
in der WWU

Moderation:
Helmut Kramer
Direktor
Wifo

Erhard Fürst
Leiter des Bereiches Wirtschaftspolitik
Vereinigung der österreichischen Industrie

Leopold Maderthaner
Präsident
Wirtschaftskammer Österreich

Wolfgang Ruttenstorfer
Staatssekretär
Bundesministerium für Finanzen

Herbert Tumpel
Präsident
Bundeskammer für Arbeiter und Angestellte

Friedrich Verzetnitsch
Präsident
Österreichischer Gewerkschaftsbund

Adolf Wala
Generaldirektor
Oesterreichische Nationalbank

18.30 Uhr Ende der Podiumsdiskussion

19.30 Uhr Abendessen

21.00 Uhr Kamingespräch
mit Viktor Klima
Bundeskanzler
Wirtschaftspolitische Ziele der
österreichischen EU-Präsidentschaft

FREITAG, 8. MAI 1998

Tagungsvorsitz:
Gertrude Tumpel-Gugerell
Mitglied des Direktoriums
Oesterreichische Nationalbank

9.45 Uhr Klaus Liebscher
Präsident
Oesterreichische Nationalbank
Die Rolle einer nationalen Notenbank im ESZB
am Beispiel Österreichs

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Helmut Frisch und Sylvia Staudinger
Professor / Universitätsassistentin
Technische Universität Wien
Welches Ziel für die EZB ?
- eine vergleichende Analyse

Diskutant:
Jean-Claude Chouraqui
Leiter der Abteilung Länderstudien
OECD

11.45 Uhr Otmar Issing
Mitglied des Direktoriums
der Deutschen Bundesbank
Welche geldpolitische Strategie für die EZB ?

13.00 Uhr Mittagessen

Luncheon Speech
Robert Mundell
Professor
Johns Hopkins University, Bologna Center
Die Rolle des Euro im internationalen
Währungsgefüge

15.00 Uhr Der Strukturwandel der Finanzindustrie
in Europa

William R. White
Leiter der Abteilung für Wirtschafts- und Währungsangelegenheiten,
Volkswirtschaftlicher Berater
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
Der bevorstehende Strukturwandel der
europäischen Bankenindustrie

Michael Foot
Direktor
Bank of England
Der Strukturwandel der Finanzindustrie
in Europa aus Sicht der Bankenüberwachung

Diskutanten:
Francesco Giavazzi
Professor
Università Bocconi, Milano

Karl Samstag
Generaldirektor-Stellvertreter
Bank Austria

Andreas Treichl
Generaldirektor
Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG

17.00 Uhr Zusammenfassung und Schlußworte
Adolf Wala
Generaldirektor
Oesterreichische Nationalbank

Ende der Konferenz

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