"Wider das gegenrevolutionäre Übel"

Wien (OTS) - Am kommenden 16. Mai findet in der Wiener Hofburg zum wiederholten Male ein "Festkommers" der deutschnationalen Burschenschafterverbände statt. Im heurigen Jahr wird dieser als "Revolutionskommers" bezeichnet - es geht hierbei um die Bezugnahme auf die 150-Jahr Jubiläum des bürgerlichen Revolutionsjahres 1848.

Nicht zuletzt die Tatsache, daß dieser Kommers ursprünglich für 13. März geplant war (60. Jahrestag des "Anschlusses") macht deutlich, daß es so manch "rechtem Recken" wohl vielmehr darum geht, schlecht verdeckt einen ganz anderen "Feiertag" im Sinne der Deutschnationalen zu begehen. Der Bezug auf das Jahr 1848 dient also nicht nur der halbherzigen Verschleierung dieses Umstandes, sondern auch dazu, sich ein liberales Mäntelchen umzuhängen - die 38er geben sich als 48er und der Pangermanismus gibt sich demokratisch.

"Gerade in Zusammenhang mit der Tatsache, daß das "offizielle Österreich" 53 Jahre gebraucht hat, um sich zu einem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus zu entschließen, ist es umso befremdlicher, daß seitens der Regierung weiterhin öffentliche Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, gleichsam um jenen Gruppen, deren Querverbindungen an den rechten Rand nachweislich sind, auch noch ins demokratische Mäntelchen hineinzuhelfen.", meinen in einer Stellungnahme die Vorsitzenden der ÖH Uni Wien, Silvia Stuppäck, Eva Krivanec und Silvia Pernsteiner und schließen sich damit inhaltlich den Protesten gegen die rechtsextreme Veranstaltung an.

Am 16. Mai finden demnach eine Reihe von Protestveranstaltungen statt: Um 18 Uhr beginnt eine Demonstration vor dem Hauptgebäude der Universität Wien, welche sich zum Heldentor begibt; dort folgt ein RAVEolutionäres Ringspektakel mit "Katzenmusik" (die Partizipenten werden mit mitgebrachten "Instrumenten" "Musik" machen) gegen Nationalismus, Sexismus und Faschismus". Den Abschluß bildet ein Spaziergang zu den Burschenschafterbuden.

Das Alternativreferat der ÖH Uni Wien ruft gemeinsam mit der Fachschaft Informatik an der TU Wien sowie zahlreichen anderen Gruppen zu diesen Protesten auf.

Rückfrage: altref@oeh.univie.ac.at oder das Vorsitzendenteam der ÖH Uni Wien: Silvia Stuppäck, Eva Krivanec, Silvia Pernsteiner unter 4277 / 195 20 oder / 195 21 oder / 195 22

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