Blochberger fordert Neustart bei Agenda 2000-Verhandlungen

Europatag im NÖ Landhaus

St.Pölten (NLK) - Agrar-Landesrat Franz Blochberger hat heute
einen Neustart für intensive Verhandlungen über die Agrarvorschläge der EU (Agenda 2000) gefordert. Anläßlich einer Diskussionsveranstaltung "Agenda 2000 - die Landwirtschaft in Europa" im Rahmen des Europatages im NÖ Landhaus kritisierte Blochberger erneut die drohenden Einkommensverluste für die heimischen Bauern durch die geplanten Agrarreformpläne sowie die
zu geringe Berücksichtigung der erneuerbaren Energieträger als Hoffnungsbereich für die Landwirtschaft.

Die derzeitigen Vorschläge aus Brüssel seien nicht annehmbar, da die Preissenkungen mit 30 Prozent bei Rindern, 20 Prozent bei Getreide und 15 Prozent bei Milch viel zu hoch seien. Die Einkommensverluste für die heimischen Bauern würden sich solcherart auf rund 2,5 Milliarden Schilling summieren.

Bei den erneuerbaren Energien würden in der Agenda, wie Blochberger betonte, keinerlei Perspektiven für eine stärkere Berücksichtigung aufgezeigt. Die künftige Agrarpolitik könne aber an der Frage nachwachsender Energierohstoffe nicht vorbeigehen, da zu viele Arbeitsplätze in den ländlichen Regionen damit verbunden seien. "Ohne die Alternative erneuerbare Energien ist die Zukunft unserer Bauern ernsthaft in Frage gestellt, das werden wir auch in Brüssel klarmachen", so der Landesrat.

Blochberger zog auch eine Zwischenbilanz über Maßnahmen im Agrarbereich seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995. Vor allem die Ziel 5b- und die Sektorplanförderungen hätten sich als Motoren der Entwicklung des ländlichen Raumes erwiesen. Mit mehr als 1.200 bewilligten Projekten seien in den Regionen Niederöstereichs Investitionen von mehr als vier Milliarden Schilling ausgelöst worden.

Abschließend sprach sich Blochberger für eine EU-Osterweiterung aus, "aber nicht unter allen Bedingungen". Die Rahmenbedingungen, zum Beispiel Sonderprogramme für die Grenzregionen, müßten stimmen. "Ich bin dagegen, jetzt wieder einen Quasi-Eisernen-Vorhang zu errichten. Wir können und wollen den Osten nicht ausgrenzen, unsere Nachbarländer und auch Brüssel müssen aber Verständnis für unsere Sorgen aufbringen", sagte der Landesrat.

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