Buchhaltung soll eigenständiges Gewerbe werden

Liberalisierung darf bei monopolisierten Treuhandberufen nicht aufhören

Wien (PWK) - Buchhaltung soll in Österreich ein eigenständiges Gewerbe werden, dessen rechtliche Grundlagen in der Gewerbeordnung und nicht im Wirtschaftstreuhandberufsgesetz geregelt sind. Das fordert die Bundessektion Gewerbe und Handwerk in einer Resolution, die von der erweiterteten Sektionsleitung verabschiedet wurde. ****

Die jüngste Novellierung der Gewerbeordnung wurde unter der Voraussetzung beschlossen, eine breite Liberalisierung aller Zugangsbestimmungen zu selbständigen Tätigkeiten zu erreichen. Bei den Gewerbetreibenden und Handwerkern hat man dies bereits durchgesetzt. Es sei daher nicht einzusehen, warum die Liberalisierung vor den überreglementierten und quasi-monopolisierten Treuhandberufen wie Wirtschaftsprüfer, Buchprüfer und Steuerberater halt machen soll, heißt es in der Resolution.

Vor allem die Betriebe des Gewerbes und Handwerks benötigen im ständig härter werdenden Konkurrenzkampf eine preiswerte Alternative zu den bestehenden Treuhandberufen, die einem starren Honorarsystem unterworfen sind. Durch ein eigenständiges Buchhaltungsgewerbe mit einem wirtschaftlich sinnvollen Berechtigungsumfang können die Betriebe enorme Kosten sparen. Derzeit sind Dienstleistungen von Wirtschaftstreuhändern aufgrund des fehlenden Wettbewerbs um ca. 15 bis 20 Prozent überzahlt. Analysen des Fachverbandes Unternehmensberatung und Datenverarbeitung haben ergeben, daß Buchungszeilen bei österreichischen Steuerberatern bis zu 15 Schilling und mehr kosten, hingegen die vielfach auch von Steuerberatern im Subauftrag beschäftigten EDV-Firmen maximal 4 bis 5 Schilling pro Buchungszeile lukrieren können.

Ein eigenständiges Buchhaltungsgewerbe mit einem wirtschaftlich sinnvollen Berechtigungsumfang würde aber auch vielen Betrieben helfen, ein zeitgemäßes Rechnungswesen aufzubauen, was derzeit meist an den teuren Tarifen der Steuerberater scheitert. Dies sei angesichts der zunehmenden Insolvenzdynamik in Österreich doppelt problematisch.

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