"Gesundheitsförderung in Österreich - Was die private Krankenversicherung tut" 2

Statement von Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Vorstand des Instituts für Sozialmedizin an der Universität Wien

Es ist sehr zu begrüßen, daß der Fonds Gesundes Österreich nun die ersten 10% der schon vor Jahren versprochenen Vorsorge-Milliarde verteilen kann. Wie das geschehen soll, wird die Zukunft zeigen.

Das Thema Gesundheitsförderung ist aber nicht nur öffentlichen Institutionen vorbehalten, sondern entspricht einem ganz allgemeinen Wunsch der Bevölkerung.

Die moderne Informationsgesellschaft interessiert sich in erster Linie für das Thema "Gesundheit", man könnte sogar von der Informations- und Gesundheitsgesellschaft sprechen. Vor allem gilt das für jene 50 % der Bevölkerung, die an gesundheitlichen Themen interessiert sind, und etwas tun wollen, aber noch nicht genau wissen, wie. 25 % tun bereits etwas für ihre Gesundheit und das restliche Viertel ist noch nicht interessiert. Von allen Gesundheitsthemen interessiert die Menschen das Thema "Essen und Ernährung" am meisten. Hier setzt die gemeinsame Initiative ein:
Durch eine computergestützte Verzehranalyse kann man genau erheben, wie das eigene Ernährungsverhalten aussieht, und wie man es ändern sollte.

Dieses Programm bedeutet eine Abkehr von den bisher eher allgemein gehaltenen Ernährungsempfehlungen, die weder die individuellen Wünsche berücksichtigen, noch auf die Situation der einzelnen Person eingehen können. Man kann also ganz persönliche, sozusagen "maßgeschneiderte" Empfehlungen abgeben und damit einen konstruktiven Beitrag zur Gestaltung des individuellen Ernährungs- und Eßverhaltens liefern.

Mit dieser neuen Dienstleistung zeigt die Austria-Collegialität ein direktes und spezifisches Interesse an ihren Kunden und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsförderung.

Diese muß nämlich neben allgemeinen gesellschaftlichen Maßnahmen vor allem auch solche der Anleitung zur persönlichen Gestaltung des Lebensstils beinhalten. Nur wenn diese beiden Strategien der Gesundheitsförderung nebeneinander verfolgt werden, haben die BürgerInnen einen unmittelbaren Vorteil.

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze

1942, 14.11. geboren in Wien
1960 Matura, Studium an der Universität Wien, Philosophische Fakultät, dann Medizinische Fakultät; Tätigkeit in der empirischen Sozialforschung (Markt- und Meinungsforschung)
1968 Eintritt in das Hygiene-Institut der Universität Wien (Mykoplasmen-Labor)
1969 Promotion zum Dr. med.univ.
1972 Übernahme des Arbeitsbereiches Sozialhygiene und Epidemiologie des Hygiene-Instituts der
Universität Wien
1976 Habilitation für Hygiene und Mikrobiologie, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie
1977 Außerordentlicher Professor für Hygiene und Mikrobiologie
1983 Ordentlicher Professor für Sozialmedizin, Facharzt für Sozialmedizin, Vorstand des Instituts für Sozialmedizin der Universität Wien

(Forts)

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