Affäre Rosenstingl - Flucht nach Südafrika - Parteivorstand seit der Vorwoche informiert - Verbindung zu privaten Hausbau von Parteichef Gratzer

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 19/7.5.1998

Wien (OTS) - Wie das morgen, Donnerstag, erscheinende Nachrichtenmagazin News berichtet, hat sich der suspendierte FPÖ-Verkehrsprecher und Niederösterreich-Obmann-Stellvertreter Peter Rosenstingl vermutlich nach Südafrika abgesetzt. Laut News hat Rosenstingl schon in der vergangenen Woche zwei Reisetaschen voller Dokumente nach Österreich geschickt. In den Taschen befanden sich Kontoauszüge, Unterlagen mit Namen von Kreditgebern sowie der parlamentarische Dienstpaß des Freiheitlichen.

Empfänger der Sendung war die zu Rosenstingels Umfeld zählende Firma Omikron, die die Informationen umgehend an die niederösterreichische FPÖ-Parteispitze weiterleitete. Somit waren Rosenstingels Verschwinden und entsprechende Hintergründe in der Partei seit Tagen bekannt, als die Affäre öffentlich wurde.

Mit Rosenstingels Flucht fehlen rund 100 Millionen Schilling. Geschädigt ist unter anderem der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender in Niederösterreich, dessen Chef Rosenstingl war. Er hatte namens des RFW einen Kredit über 2 Millionen Schilling aufgenommen.

Rosenstingl hatte nach News-Recherchen neben seinem Einkommen als Abgeordneter noch mehrere Bezüge in ihm nahestehenden Firmen und kam insgesamt auf ein monatliches Nettoeinkommen von 133.000 Schilling.

Aus von News veröffentlichten Unterlagen geht hervor, daß Peter Rosenstingl mit diversen Bürgschaftserklärungen und Bewertungsgutachten immer wieder Kredite in bis zu 2-stelligen Millionenhöhe aufnehmen konnte. Eine der Hauptgeschädigten ist nunmehr die Erste Bank, die Rosenstingl wegen des Verdachtes auf Scheck- und Kreditbetrug mit einen Schaden von zu mindest 40 Millionen Schilling bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat.

News berichtet auch über Geschäftsverbindungen zwischen Rosenstingl nahestehenden Firmen und der Landespartei sowie deren Obmann Bernhard Gratzer. So scheint Rosenstingl als Kommanditist einer Holiday Home Bauträger KEG auf, die ihrerseits Miteigentümer der neuen FPÖ-Parteizentrale in St. Pölten ist. Eine Holiday Home GmbH hatte überdies die Bauführung beim Umbau des privaten Hauses von Niederösterreichs FPÖ-Parteichef Bernhard Gratzer über. Die Holiday Home Firmen sind Teil eines Unternehmensgeflechts von Privatstiftungen, Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften und Immobilienfirmen, mit denen die niederösterreichischen Freiheitlichen Wohnbauförderungen in Millionenhöhe kassierten und auch ihre Parteizentrale in St. Pölten bauten.

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