Affäre Udo Fischer: Krenn fühlt sich durch Brief aus Rom bestätigt.

Vorausmeldung zu NEWS 19/7.5.98 - Amtsenthebung als Pfarrer von Paudorf sei rechtskräftig - Pfarrer Udo Fischer will dennoch im Amt bleiben

Wien (OTS) - Wie News in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, fühlt sich der St. Pöltner Erzbischof Kurt Krenn durch einen Brief aus Rom in der Causa Udo Fischer bestätigt. Kardinal Josef Ratzinger, Vorsitzender der Vatikanischen Glaubenskongregation, bestätigt in diesem Schreiben die Rechtskräftigkeit der Amtsenthebung des aufmüpfigen Pfarrers von Paudorf. Krenn-Sekretär Michael Dinhobl bestätigt gegenüber News: "Die Amtsenthebung von Pater Udo Fischer ist nach wie vor aufrecht. Eminenz Ratzinger hat festgestellt, daß sein Wirken mehr als problematisch ist. Es liegen Dinge vor, die der Kirchenlehre widersprechen." Das Ratzinger-Schreiben sei bereits an den Göttweiger Abt Clemens Lashofer weitergeleitet worden. Jetzt sei die Klosterführung gefordert. Dinhobl: "Wenn ein Bischof eine Amtsenthebung durchführt, dann hat der Abt des Klosters dafür zu sorgen, daß der Posten nachbesetzt wird. Das Stift Göttweig hat 65 Mönche - die Nachbesetzung der Pfarre kann also keine Schwierigkeiten bereiten."

Pfarrer Fischer, in dessen Pfarrhof sich mittlerweile 160.000 Unterstützungsunterschriften stapeln, kennt das Verdikt aus Rom noch nicht. Von News mit dem Inhalt konfrontiert , meint Udo Fischer: "Das ist diktatorisch und funktioniert auch so nicht." Er werde weiterhin im Amt bleiben. Fischer: "Denn solange für mich kein Nachfolger bestellt ist, dem ich die Amtsgeschäfte übergeben kann, solange muß und werde ich mein Amt ausüben. Krenn hat mich in Rom angeklagt, aber mir die Einsicht in die Anklage verweigert. Und jetzt gibt es angeblich ein Urteil aus Rom, ohne daß ich die Anklage überhaupt kenne. Da spiele ich nicht mit."

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