Cabana: Eröffnung einer Apotheke verbessert Versorgung

Keine Gefährdung von Landärzten durch öffentliche Apotheken

Wien (OTS) - Durch die Eröffnung einer Apotheke ist kein Landarzt in seiner Existenz gefährdet. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung bleibt gesichert. Die Versorgung der Bevölkerung wird durch neue Apotheken verbessert. Das hat auch der Verfassungsgerichtshof in seinem Erkenntnis zum Apothekengesetz betont. Daran erinnerte heute der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Dr. Herbert Cabana.

Cabana, der auf einer Enquette des ÖVP-Parlamentsklubs zur Frage der ärztlichen Hausapotheken ein Referat hielt, betonte weiters:"Es hat sich, entgegen vieler Behauptungen der letzten Tage, nichts an der Rechtslage zur Führung einer Hausapotheke geändert. Diese mußten auch schon vor dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes schließen, wenn in einem Umkreis von 4 Kilometern eine Apotheke eröffnet hat."

In den letzten 10 Jahren wurden 120 Apotheken neu eröffnet. 50 davon am Land, in Orten wo bisher keine Apotheke bestand. Im selben Zeitraum haben 49 Ärzte ihre Hausapotheken geschlossen.

Es geht um 0,8 Prozent aller Praktiker

In Österreich gibt es derzeit 16 048 niedergelassenen Ärzte, davon sind 6 230 praktische Ärzte. Von diesen haben wiederum 993 eine Hausapotheke. Ohne Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes hätten in den nächsten Jahren etwa 50 Hausapotheken wegen der Eröffnung einer öffentlichen Apotheke geschlossen. "Nun hat der Verfassungsgerichtshof die Eröffnung einer öffentlichen Apotheke erleichtert, weshalb zu erwarten ist, daß in den nächsten Jahren zusätzliche 50 Hausapotheken schließen werden", kündigte Cabana an. Er, Cabana, verstehe daher die ganze Aufregung nicht, da nur etwa 0,8 Prozent aller praktischen Ärzte durch das VfGH-Erkenntnis betroffen sind. Und diese müssen nicht ihre Ordination zusperren, sondern lediglich die Hausapotheke abgeben. "Ca. 900 Ärzte werden Ihr Zusatzeinkommen aus den Hauspotheken behalten. Das sind insbesondere jene, in den kleinen, entlegenen Orten. Vor einer Gefahr für die medizinische Versorgung der Landbevölkerung kann daher keinesfalls gesprochen werden. Wer das behauptet betreibe Panikmache," sagte Cabana.

Cabana nannte auch einige Zahlen, die seine Angaben unterstreichen. So liegt der Richtwert für einen Kassenvertrag als praktischer Arzt bei 1 700 zu versorgenden Personen. Praktische Ärzte in Wien, das sind Praxen ohne Hauspotheken versorgen durchschnittlich 1 800 Personen. Eine öffentliche Apotheke benötigt aber wegen der vielen vom Gesetz vorgegebenen betriebswirtschaftlichen Auflagen (Betriebspflicht, keine Urlaubssperre ...) ein Versorgungspotential von rund 5 500 Personen. " Diese Zahlen zeigen, daß sich Ärzte mit einer kleinen zu versorgenden Bevölkerungszahl nicht um den Bestand ihrer Hausapotheke sorgen müssen", bekräftigte Cabana.

Apotheker stellen Medikamente in Notfällen zu - es gibt keine unversorgten Patienten

Zur der Befürchtung, wonach Ärzte nun keine Medikamente bei Hausbesuchen zu ihren Patienten mitbringen können, stellte Cabana klar:" Ärzte sind verpflichtet, auch wenn sie keine Hausapotheke haben, alle notwendigen Medikamente für Notfälle mit sich zu führen. Der Präsident der Österreichischen Apothekerkammer betonte auch, daß viele Apotheker in Notfällen Medikamente auch am Wochenende und in der Nacht zustellen: "Wenn eine Mutter mit ihrem fiebernden Kind alleine zu hause ist und sie das von Notarzt verordnete Medikament daher nicht selbst holen kann, stellen wir ebenso zu, wie für den alleinstehenden, gehunfähigen bzw. bettlägrigen Patienten. Diese Zustellung funktioniert auch jetzt schon dort problemlos, wo Ärzte und Apotheker im Interesse der Bevölkerung partnerschaftlich zusammenarbeiten."

Rückfragen: Österr. Apothekerkammer
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