Zur dramatischen Situation am Betriebswirtschaftlichen Zentrum

Wien (OTS) - Die Lage am Betriebswirtschaftlichen Zentrum hat sich in den letzten Monaten dramatisch zugespitzt. Von den 15 Professuren für Betriebswirtschaftslehre sind sieben unbesetzt - fast die Hälfte aller Professuren! So existiert derzeit am BWZ kein Ordinariat für Controlling - ein unhaltbarer Zustand für ein Wirtschaftsinstitut, der uns auch international in ein schlechtes Licht rückt! Bei einem Vergleich mit der WU Wien, an der keine einzige (!) Professur unbesetzt ist, drängt sich die Frage auf, warum Studierende dort für den ersten Studienabschnitt ein Semester länger als am BWZ brauchen dürfen, obwohl sie nicht nur ein besseres Betreuungsverhältnis sondern auch ein ungleich höheres Lehrveranstaltungs- und Diplomprüfungsangebot zur Verfügung haben.

Ging man in der Personal- und Raumplanung für das BWZ 1992 von einer maximalen StudentInnenzahl von 200 ErstinskribentInnen pro Studienjahr aus, so bewegt sich die Zahl der ErstinskribentInnen seit 1993 um die 800 bis 1000 - also mehr als viermal soviel!

Angesichts der AbsolventInnen des BWZ, die zu einem überwiegenden Teil in der Wirtschaft untergekommen sind, und auch angesichts der auch von den Medien gepriesenen Zukunftschancen des Studiums "Internationale Betriebswirtschaft" muß mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß unter den gegenwärtigen Umständen das Niveau nicht mehr gehalten werden kann! Weder ein ausreichendes Lehrveranstaltungsangebot noch eine effiziente Diplomandenbetreuung sind unter solchen Zuständen zu leisten. Bei der jetzigen Besetzung ist selbst der Grundbetrieb mehr schlecht als recht aufrechtzuerhalten, von einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit ganz zu schweigen.

Die geforderte Mindeststudiendauer ist für Studierende nur mehr schwer einzuhalten. Durch die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Lehrveranstaltungsbedarf und aktuellem Angebot (verschärft durch das Punkteanmeldesystem) wird es Studierenden zunehmend erschwert, ihr Studium in Mindeststudiendauer zu absolvieren. Damit laufen auch leistungswillige und "fleißige" Studierende in Gefahr, unverschuldet jegliche soziale Unterstützung zu verlieren.

Immer wieder wurde seitens des Instituts und der ÖH versucht, dem Ministerium die dramatische Situation vor Augen zu führen. Da diese Versuche bisher erfolglos verliefen, kontaktiert das Institut für Betriebswirtschaftslehre nun gemeinsam mit der ÖH der Universität Wien die Medien und das Ministerium, um die Öffentlichkeit von diesen Zustände zu informieren. Wir fordern dringend eine Neubesetzung der vakanten BWL-Ordinariate, da ansonsten die Aufrechterhaltung der Lehre und ein reibungsloser Ablauf des Studiums nicht mehr versichert werden können! Wir möchten darauf hinweisen, daß ein qualitativ hochwertiges Studium der "Internationalen Betriebswirtschaft" in Österreich im Interesse von Politik, Wirtschaft als auch der Studierenden liegt.

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