Pressekonferenz "Kein Patent auf Leben"

Wien (OTS) - Einladung zur Pressekonferenz "Kein Patent auf Leben"

Geplante EU-Richtlinie soll Patentierung von Tieren, Pflanzen, menschlichen Genen und Teilen des menschlichen Körpers erlauben! Europaparlament stimmt nächste Woche darüber ab!

Das TIERHILFSWERK AUSTRIA lädt zur Pressekonferenz "Kein Patent auf Leben" am 4. Mai 1998, 10 Uhr, Cafe Landtmann, Dr. Karl Lueger Ring 4, 1010 Wien ein.

Geladene Gäste:

Univ. Prof. Dr. Ruckenbauer, Leiter des Instituts für Agrarbiotechnologie Tulln: Abhängigkeiten von Patenthaltern, Lizenzgebühren

Dr. Christoph Then, ECOBP: politische Hintergründe

Albert Fortell: moralische und ethische Bedenken

Die von der EU geplante Patent-Richtlinie sieht die Patentierung von Tieren, Pflanzen aber auch menschlichen Genen und Teilen des menschlichen Körpers vor. 1997 wurde diese Richtlinie vom Europaparlament und im Februar 1998 vom Ministerrat angenommen. Jetzt findet am 13. Mai dazu eine 2. Lesung im Europaparlament
statt und es kann zu einer endgültigen Entscheidung kommen. In der Bevölkerung herrscht ein breiter Konsens gegen diese Richtlinie und auch Interessensgruppen wie die Evangelische Kirche, Wissenschafter besonders aus dem Bereich der Humangenetik, Ärzte, Patientengruppen, Tier- und Umweltschutzvereine und Menschenrechtsorganisationen sprechen sich dagegen aus.

Hauptkritikpunkte sind:
- Die Patentierung von menschlichen Genen und Teilen des

menschlichen Körpers
- Patente schaffen Abhängigkeiten in Landwirtschaft und Medizin
- Große Patenthalter erhalten Monopolstellungen
- Enormer Kostenanstieg im Gesundheitswesen durch zusätzliche

Lizenzgebühren
- Voraussichtliche Blockade der Forschung in der Medizin
- Patentierung von menschlichen Embryonen und Klonen für

diagnostische und therapeutische Verfahren
- Entdeckungen werden als Erfindungen deklariert, um Patente darauf

zu ermöglichen

Diese Kampagne des THWA versteht sich nicht als Pro oder Kontra Gentechnik. Es geht hierbei um ethische und sozioökonomische Fragen und das Vertreten eines Anliegens der österreichischen Bevölkerung, die sich im Zuge des Gentechnik-Volksbegehrens mit 1,2 Mio. Stimmen gegen das Patent auf Leben aussprach. Trotzdem ignorierte die ÖVP diese Entscheidung, denn Wirtschaftsminister Farnleitner stimmte im EU Ministerrat für diese Richtlinie!

Das THWA fordert die österreichischen Abgeordneten des Europaparlaments nochmals auf, am 13. Mai 1998 bei der 2. Lesung diese Patent-Richtlinie in der Fassung des Ministerrates nicht anzunehmen.

Rückfragen & Kontakt:

THWA, Monika Zöhrer, Tel.: 02243 22964
Thomas Schweiger, Tel.: 0032 2 513

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS