Bauern - Belastungen haben Grenzen

Wien (OTS) - Die Österreichische Ärztekammer befürchtet - wie in der gestrigen Pressekonferenz aufgezeigt - Einkommensverluste für die Landärzte durch die Einführung des SVB-Krankenscheines, welche den Verlust der bisherigen hohen Tarife der Bauernkrankenkasse bedeutet. Zusätzliche Konkurrenz droht den Landärzten auch durch die Niederlassungsfreiheit von öffentlichen Apotheken. Damit sind angeblich Hausapotheken in ihrer Existenz gefährdet.

"Die Sorge der Österreichischen Ärztekammer und insbesondere die Situation der Hausapotheker ist zu verstehen", so SVB-Obmann Donabauer. "Auch mein Ziel ist es, die medizinische Versorgung gerade im ländlichen Raum zusichern. Die Interessen der bäuerlichen Familien zu vertreten ist meine Aufgabe und bin daher um verantwortbare Lösungen im Sozialbereich, wie die Einführung des SVB-Krankenscheines und den Bestand der günstigeren Hausapotheken bemüht. Dazu müssen gemeinsame Wege gefunden werden. Dies ist Aufgabe der Politik aber auch der Österreichischen Ärztekammer.

Eines sei aber klargestellt: In Zeiten umfassender Veränderungen und allgemeiner Sparbemühungen muß sich auch die Ärzteschaft - so wie andere Berufsgruppen - geänderten Rahmenbedingungen im Einkommensbereich stellen. Denn die Behauptung ist schlicht absurd, daß heute 300.000 Bauern - im Wege der höheren Tarife der Bauernkrankenkasse - den Rest der Versichertengemeinschaft subventionieren. Noch dazu, wenn man bedenkt, daß Bauern und da insbesondere Bauernpensionisten nicht zu den einkommensstarken Bevölkerungsschichten Österreichs zählen. Selbst der Sozialbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales führt die Bauern unter den armutsgefährdeten Bevölkerungsschichten an.

Ich bin jederzeit bereit an konstruktiven Lösungen bei der Einführung des SVB-Krankenscheines mitzuwirken. Verhandlungen über Abfederungsmaßnahmen mit der Österreichischen Ärztekammer und der SVB sind bereits unsererseits aufgenommen - so wie dies Präsident Brettenthaler bei der gestrigen Pressekonferenz auch erklärt hat. Die aufgezeigten Probleme der Landärzte sind aber so vielschichtig, daß sie von der SVB allein nicht gelöst werden können. Hier ist vielmehr die Standesvertretung der Ärzte aufgerufen, nicht nur Forderungskataloge zu erstellen sondern umfassende problemlösende Vorschläge zu erarbeiten. Die offenen Fragen der SVB zuordnen zu wollen ist in diesem Zusammenhang zu einfach. Vielmehr erwarten sich die Ärzte Zukunftslösungen von ihrer Standesvertretung."

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Frau Lechner
Tel: 01/797 06-2311

Sozialversicherungsanstalt der Bauern

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