Karl Habsburg: Kritik des Rates an Kroatien ist unberechtigt Mazedonien hat Recht auf eigenen Namen

Wien (OTS) - Heftige Kritik an den jüngsten Äußerungen des Rates zu Kroatien übt Europaparlamentarier Karl Habsburg. "Kroatien ist das Land, das die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Quasi als Dank dafür wurde es vom Phare-Programm der Europäioschen Union ausgeschlossen." Allein die Bezeichnung West-Balkan sei diskriminierend, gehört doch Kroatien eindeutig in die mitteleuropäische Kulturtradition.

Mehr als 16 Milliarden Schilling hat das Land in den Jahren 1991 bis 1997 für Flüchtlinge ausgegeben. Als angebliches Argument gegen Kroatien werde unter anderem das Gerücht von einem Exodus der Serben aus Ostslawonien in die Welt gesetzt. "Aber kein Mensch sagt dazu, daß sich zirka 11.500 Serben aus Ostslawonien in anderen Gebieten Kroatiens niedergelassen haben", informiert der christlich-konservative Europaparlamentarier.

Mehr als 18.000 Serben sind mittlerweile aus Serbien und Montenegro nach Kroatien zurückgekehrt, weitere wollen folgen. "Kroatien hält sich an seine Einladung an alle seine serbischen Bewohner, im Land zu bleiben." Allerdings gebe es auch Fälle, in denen Serben die kroatische Staatsbürgerschaft dazu nutzen, ohne Visa - mit kroatischem Paß - in der Europäischen Union um Asyl anzusuchen.

Karl Habsburg gilt als Experte für die Region, in der er sich regelmäßig - auch während des Krieges - aufhält. Im Europäischen Parlament gehört er der Südosteuropa-Delegation an. "Wenn heute der Rat die Meinung vertritt, Kroation bewege sich von der EU weg, so kann ich das nur als Ausrede zur Beruhigung des Gewissens für jene sehen, die dabei sind, im Kosovo die selben Fehler zu machen, wie damals in Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Wir dürfen Kroatien nicht die Streichung der Handelspräferenzen androhen sondern müssen es vielmehr in das Phare-Programm integrieren."

An den Äußerungen des Rates zu Mazedonien mißfällt dem Europaparlamentarier und Präsidenten der Paneuropabewegung Österreich die Namensbezeichnung Fyrom. "Mazedonien hat wie jedes andere Land der Welt auch, das Recht, seinen Staatsnamen zu führen. Dieser eigenartige Kunstbegriff ist eine Beleidigung all jener, die sich unter widrigen Umständen für die Freiheit einsetzen", so Karl Habsburg.

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