Neue Studie: Ein Drittel der Erwachsenen sind Viel-Leser

Gehrer: Lesemotivation bereits in der Schule entwickeln

Wien (OTS) Trotz einer deutlichen Steigerung des Stellenwerts
des Fernsehens wird gegenüber 1972 deutlich mehr gelesen. 27 Prozent der Österreicher ab 14 Jahren lesen zumindest mehrmals pro Woche Bücher, 42 Prozent zumindest wöchentlich. Österreich liegt damit im internationalen Trend, wonach rund ein Drittel der Erwachsenen als Viel-Leser zu bezeichnen sind und jeweils ein Drittel wenig bzw. keine Bücher liest. Das ist das Ergebnis einer Studie des Instituts für Publizistik und
Kommunikationswissenschaft der Universität Wien, die heute, Donnerstag, präsentiert wird. ****

Je früher die Kinder und Jugendlichen ein breites Buchangebot kennen lernen, umso früher kann sich, so eine Schlussfolgerung aus der Studie, eine entsprechende Lesemotivation entwickeln. Die Bedeutung der Buchlektüre – und damit der Förderung des Buchlesens – für die Entwicklung und die Erhaltung einer guten Lesefähigkeit wurde bestätigt.
"Die Schule nimmt eine wichtige Rolle ein, die Kinder und Jugendlichen zu einem sinnerfüllten Lesen zu führen, zum Lesen zu motivieren und die Freude am Lesen zu wecken", so Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer.

Das Unterrichtsministerium fördert das Lesen mit zahlreichen Aktionsprogrammen in den Schulen und unterstützt Leseaktionen vom Lesefest zur Lesenacht, von der Leserallye zur Lesereise, von der Autorenlesung bis zum Leseprojekt. Lesetests an Volksschulen sind
in Planung, und in allen Bundesländern gibt es Aktivitäten zum Bereich Lese-Rechtschreibschwäche. Eine Info-Box zur Lese-Rechtschreibschwäche ist in Vorbereitung. Auch die Schulbibliotheken werden ausgebaut.

Hier ein Überblick über weitere Ergebnisse der Studie:

  • Die Buchleseintensivität steigt mit der Bildung.
  • Es sind vor allem die Jugendlichen, die überdurchschnittlich Bücher lesen – die Lektüre aus schulischen und Weiterbildungsgründen steht dabei aber im Vordergrund.
  • Mit dem Wegfall der ausbildungsbedingten "Pflichtlektüre" verliert auch das Buch für einen Teil der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Bedeutung. Gleichzeitig haben aber junge Erwachsene auch wieder mehr Freude am Lesen.
  • Das Buch hat im Vergleich mit 1987 an Reichweite verloren, vor allem bei jenen, die sich intensiv mit den neuen Medien beschäftigen wie Jugendliche und höher Gebildete. Diese Personen nutzen aber nach wie vor das Buch am intensivsten.
  • Buchleser nutzen insgesamt eine größere Medienvielfalt und nutzen Medien informationsorientierter als Wenig- oder Nicht- Leser. Personen, die den Computer nutzen, lesen auch häufiger Bücher.

Die Studie "Leseförderung als Kommunikationspolitik" wurde vom Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten
und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr in Auftrag gegeben. Dabei wurden 2.000 Österreicher ab 14 Jahren und Experten befragt.
(Schluss)

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Mag. Elisabeth Halvax
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