Austria Tabak verdoppelt Dividende

Ausschüttung 616 Mio S - Dividende je Aktien 28 S - Rendite auf den Ausgabepreis 5,5 Prozent

Wien (OTS) Die seit 5. November 1997 börsennotierte Austria Tabak plant aufgrund des außerordentlich guten Geschäftsjahres 1997 eine Dividendenausschüttung von 616 Mio. S. Gegenüber 1996 bedeutet das eine Verdoppelung der Dividendenleistung. Der Austria Tabak-Vorstand Heinz Schiendl und Jörg Schram wird dies der Hauptversammlung am 25. Mai 1998 zur Beschlußfassung vorschlagen.

Je Aktie ist eine Ausschüttung von 28 S, davon 26 S Dividende und zwei S Bonus vorgesehen.

Die Ausschüttung entspricht 41,3 Prozent des Konzernüberschusses. Bezogen auf das Grundkapital beträgt die Dividende 28 Prozent, bezogen auf den Ausgabepreis der Austria Tabak-Aktie (505 S) entspricht dies einer Rendite von 5,5 Prozent.

1997 ein außergewöhnlich gutes Geschäftsjahr

Das Unternehmen steigerte 1997 den konsolidierten Konzernumsatz um 11,5 Prozent auf 65,0 Mrd. S. Der Betriebserfolg vor Firmenwertab-schreibung (EBITA) ist um 15,8 Prozent auf 1,9 Mrd S verbessert worden. Der Cash-flow aus der Betriebstätigkeit (= ÖVFA-Cash-flow) ist um 24,3 Prozent auf 1,9 Mrd. S gestiegen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) fiel mit 1,7 Mrd. S aufgrund der vorgenommenen Firmenwertabschreibung für Tobaccoland Deutschland als Folge des Erwerbs der restlichen 20 Pro-zent um 4,9 Prozent niedriger als 1996 aus. Ohne Berücksichtigung der Firmenwertabschreibung im Ausmaß von 326 Mio. S wäre das EGT 1997 gegenüber 1996 um 13,5 Prozent gestiegen.

Der Jahresüberschuß (nach Minderheitenanteil) lag mit 1,5 Mrd. S um 24,3 Prozent über dem Wert 1996. Im Jahresüberschuß enthalten sind rund 252 Mio. S aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Liegen-schaften, deren Veräußerung aufgrund der vor zwei Jahren festgelegten strategischen Konzentration auf die Kernbereiche Tabakindustrie und Tabakwaren-Großhandel erfolgte.

Austria Tabak investierte 1997 in das Anlagevermögen 2,4 Mrd. S nach 1,1 Mrd. S 1996. Bedeutendste Investition war der Kauf der restlichen 20 Prozent an Tobaccoland Deutschland, die zur Aktivierung eines Firmenwertes von 1,6 Mrd. führten, der auf fünf Jahre verteilt abgeschrieben wird. In Sachanlagen und immaterielle Wirtschaftsgüter steckte Austria Tabak 641 Mio. S, wovon 530 Mio. S auf den Tabakwaren-Großhandel mit Schwerpunkt Tobaccoland Deutschland entfielen. Im Bereich der Tabakindustrie wurden Erhaltungsinvestitionen von 71 Mio. S getätigt.

Zum Ergebnis 1997 trugen die Rekordabsätze im In- und Ausland mit Umsatz- und Ertragssteigerungen im Bereich der Tabakindustrie sowie Umsatz- und Ertragszuwächse im Tabakwaren-Großhandel bei.

Tabakindustrie: Gestiegener Absatz, verbesserte Produktivität, hoher Marktanteil für Memphis und Milde Sorte

Insgesamt setzte die Tabakindustrie 20,86 Mrd. Stück Zigaretten im Berichtsjahr ab. Das bedeutet gegenüber 1996 eine Steigerung von 4,4 Prozent. Auf dem Inlandsmarkt konnte Austria Tabak 12,8 Mrd. Stück Zigaretten (plus 4,9 Prozent) und im Ausland acht Mrd. Stück Zigaretten (plus 3,9 Prozent) absetzen.

Der Umsatz ohne Tabaksteuer lag im Bereich der Tabakindustrie mit 4,1 Mrd. S um 4,2 Prozent über dem Jahr 1996. Der Betriebserfolg (EBIT) konnte auf eine Mrd. S nach 963 Mio. S im Jahr zuvor gesteigert werden.

Von den in Österreich abgesetzten Zigaretten stammten 94,3 Prozent aus eigener Produktion, darunter 58,6 Prozent Eigen- sowie 35,7 Prozent Lizenzmarken.

Die Produktivität konnte im Berichtsjahr auf 41,6 Mio. Stück Zigaretten pro Mitarbeiter in der Produktion nach 39,5 Mio. Stück im Jahr 1996 gesteigert werden.

Absatzstärkste Eigenmarken waren die Memphis- sowie die Milde Sorte-Familie mit insgesamt knapp 40 Prozent Marktanteil in Österreich.

Tabakwaren-Großhandel: Wachstum fortgesetzt, Ergebnis verbessert

Im Bereich des Tabakwaren-Großhandels konnte 1997 der Umsatz um 11 Prozent auf 60,2 Mrd. S gesteigert werden. Der Betriebserfolg vor Firmenwertabschreibung (EBITA) wurde um 17,7 Prozent auf
1,0 Mrd. S verbessert.

Im Inland profitierte Tobaccoland Österreich von der Belebung des In-landsmarktes nach der Absenkung steuerfreier Importe von 200 auf 25 Stück Zigaretten per 1. Juli 1997. Weiters führten Kostensenkungs-maßnahmen sowie Zusatzerträge aus dem Verkauf der Autobahnvignetten und Telefonwertkarten zu einer Steigerung des Betriebserfolges um 30 Prozent auf 264 Mio. S.

Tobaccoland Deutschland steigerte 1997 den Umsatz um 11,5 Prozent auf 40,6 Mrd. S. Rund 60 Prozent dieses Umsatzzuwachses resultierten aus Akquisitionen konkurrierender Tabakwaren-Großhändler, 40 Prozent waren originäres Wachstum. Nach Absatzkanälen wurden 50,2 Prozent des Umsatzes im Systemkundengeschäft (Tankstellenketten, Verbrau-chermärkte), 26,5 Prozent im konventionellen Geschäft (Tabakfach-geschäfte, Lebenmittelhandel, Kioske, Getränkemärkte u.a) sowie 23,3 Prozent im Automatengeschäft erzielt.

Der Betriebserfolg von Tobaccoland Deutschland stieg um 5 Prozent auf 777 Mio. S.

Die Großhandelstochter Tobaccoland Ungarn festigte 1997 ihre Markt-position mit einem Umsatzzuwachs von 14,8 Prozent in Landeswährung. Aufgrund der Kursentwicklung des Forint spiegelt sich das Wachstum im Konzernumsatz allerdings nur mit einer Steigerung von 8,2 Prozent auf 2,2 Mio. S wider. Auf der Ertragsseite haben die eingeleiteten Verbesserungsmaßnahmen erste Erfolge gezeigt. Die für 1997 gesteckten Ziele im Hinblick auf Ergebnisverbesserung wurden im abgelaufenen Ge-schäftsjahr übertroffen und der operative Verlust auf 15 Mio. S redu-ziert.

Verbesserungen der Rahmenbedingungen, wie die Einführung einer ge-setzlichen Fixpreisregelung für Kleinverkaufspreise ab 1. September 1998 sowie der Installierung einer einstufigen Mehrwertsteuer, werden die Fortführung des Turnaround-Programms für Tobaccoland Ungarn be-günstigen.

Ausblick

Für das laufende Jahr erwarten Heinz Schiendl und Jörg Schram ein weiteres Wachstum im Zigarettenabsatz. Aufgrund der neuen Zollregelung sollte der Absatz in Österreich um eine Mrd. auf rund 14,5 Mrd. Stück Zigaretten steigen. Im Exportbereich wird eine Absatzsteigerung von drei bis fünf Prozent angepeilt.

Im Tabakwaren-Großhandel wird Tobaccoland Österreich von der weiteren Belebung des Inlandsmarktes profitieren, wie die Entwicklung des er-sten Quartals 1998 dokumentiert.

Tobaccoland Österreich erzielte in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 4,4 Mrd. S, das bedeutet gegenüber dem Vorjahresquartal eine Steigerung von 19,6 Prozent.

Tobaccoland Deutschland wird durch organisches Wachstum wie auch durch fortgesetzte Akquisitionstätigkeit weitere Zuwächse bei Umsatz und Ertrag erzielen.

Im ersten Quartal 1998 steigerte Tobaccoland Deutschland den Umsatz um 4,7 Prozent auf 9,8 Mrd. S.

Vorsichtig optimistisch wird die Entwicklung des Turnaround-Programms für Tobaccoland Ungarn eingestuft.

In der Periode Jänner bis März dieses Jahres steigerte Tobaccoland Ungarn den Umsatz um 31 Prozent auf 490 Mio. S.

An Investitionen sind für das laufende Jahr rund 800 Mio. S geplant, davon sind rund 280 Mio. S für Akquisitionen durch Tobaccoland Deutschland reserviert.

Der Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften wird in diesem Jahr fortgesetzt.

Gelassen steht Austria Tabak dem von den EU-Gesundheitsministern be-schlossenen generellen Tabakwerbeverbot gegenüber. Sollte dieses durch das europäische Parlament bestätigt werden, sieht Austria Tabak keine wesentlichen Auswirkungen auf den Zigarettenabsatz. Durch die EU-flächendeckende Gültigkeit bestünde weitgehende Chancengleichheit unter den europäischen Tabakwarenanbietern. Der hohe Eigenmarken-anteil sowie das gute Image der Austria Tabak-Eigenmarken auf dem In-landsmarkt schaffen eine gute Ausgangsposition für den Wettbewerb unter den Tabakwarenherstellern. Langfristig sind sogar positive Effekte aus dem Tabakwerbeverbot für Tobaccoland zu erwarten, da Vertrieb, Werbung und Information am Verkaufspunkt an Bedeutung gewinnen wird.

Rückfragen & Kontakt:

Wien, 1998-04-29

Nächste Termine:
25. Mai 1998, Hauptversammlung
25. Mai 1998, Ergebnis zum 1. Quartal 1998
28. Mai 1998, Ex-Dividendentag
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Dr. Hubert Greier,
Austria Tabak/Presse,
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