Umweltgifte bedrohen Fledermäuse

Tierhilfswerk Austria (THWA) fordert Gegenmaßnahmen

Wien (OTS) - Frühjahr: die Zeit, in der die Fledermäuse aus dem Winterschlaf erwachen. Für manche Flattertiere könnte es leider ein letztes Erwachen werden. Denn obwohl Fledermäuse in Österreich unter strengem Naturschutz stehen, sind sie auf längere Sicht hin gefährdet. Als Gründe dafür gelten Pflanzen- und Holzschutzmittel, die zu Sterilität oder Totgeburten führen.

In Österreich existieren 23 Fledermausarten, die in allen Bundesländern unter Naturschutz stehen. Alleine in Wien sind 18 Arten vertreten. Die nützlichen Insektenfresser haben nicht nur mit ihrem schlechten Ruf als "Vampire" und "Blutsauger" zu kämpfen, sondern vor allem gegen Umweltgifte in der Landwirtschaft und im Hausbau.

Dazu Mag. Alexander Willer, Kampagnenleiter des THWA: "Der Einsatz von Pestiziden, Herbiziden oder Fungiziden in der Landwirtschaft vernichtet Millionen Insekten und beraubt die Fledermäuse damit ihrer Hauptnahrungsquelle. Hinzu kommt, daß durch den Verzehr vergifteter Insekten das Erbgut der Fledermäuse geschädigt wird. Die Folgen sind dramatisch. Immer mehr Tiere werden steril oder bringen Totgeburten zur Welt. Jungtiere, die überleben, bekommen durch die Muttermilch Schadstoffe mit verabreicht, was wiederum Spätfolgen mit sich zieht."

Ein weiteres Problem stellt der Lebensraumverlust der Fledermäuse dar. Die Tiere lieben es, ihre Jungen in Dachböden von Häusern oder Kirchen in sogenannten "Wochenstuben" groß zu ziehen. Gleichzeitig bieten ihnen diese Räumlichkeiten im Winter oder am Tag Unterschlupf. Leider werden Schlupfwinkel solcher Art durch Verbauung immer seltener. Die Behandlung von Holz mit Chemikalien führt ebenfalls zur sukzessiven Vergiftung der Fledermäuse.

Mag. Willer: "Fledermäuse sind sehr nützliche Geschöpfe. Sie fressen überreife Früchte und entziehen schädlichen Pilzen und Taufliegen so die Basis. Gleichzeitig vertilgen sie täglich Insekten in der Menge eines Drittels ihres eigenen Körpergewichtes. Fledermäuse sind sozusagen "biologische Schutzmittel" für die Landwirtschaft. Hinzu kommt, daß sie durch Verbreitung von Pollen für einige Pflanzen immens wichtig sind."

"Das TIERHILFSWERK AUSTRIA" fordert daher gezielte und greifende Maßnahmen zum Schutz der Fledermäuse. Ein erster Schritt wäre das vermehrte Aufstellen von Fledermauskästen, die den Tieren Schutz und Unterschlupf bieten", sagt Christian Janatsch, Präsident des THWA.

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Tierhilfswerk Austria,
Tel. +43/2243/22 964

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