Praschak Selbstmord - Politikerliste verschwunden? Vorausmeldung zu News Nr. 18/98 vom 29.4.98

Wien (OTS) - Das morgen, Mittwoch, erscheinende Nachrichtenmagazin NEWS berichtet über neue Ungereimtheiten im Fall des Selbstmordes des Kontrollbank-Vorstandes Gerhard Praschak vor einem Jahr. Demnach sei noch immer nicht klar, ob tatsächlich alle von Praschak verfaßten Unterlagen bekannt sind. NEWS beruft sich auf einen damals am Tatort ermittelnden Polizisten, der auf Praschaks Schreibtisch eine Liste mit Politikernamen gesehen habe. Diesen Namen - roter und schwarzer Couleur sowie ein prominenter Oppositioneller - seien konkrete Geldbeträge zugeordnet gewesen. Diese handschriftliche Aufzeichnung befindet sich laut NEWS nicht mehr unter den Akten. Nach Praschaks Selbstmord sind sämtliche Dokumente aus dem Büro von der Staatspolizei abtransportiert worden.

NEWS berichtet auch weitere Details zu dem Einbruch, der in der Nacht vom 11. auf den 12. Februar dieses Jahres in der Privatwohnung von Praschaks Witwe stattfand. Der Einbrecher, offenbar ein Profi im Auftrag Dritter, hatte in der Wohnung die Regale und den Schreibtisch durchwühlt und zahlreiche persönliche Unterlagen von Gerhard Praschak gestohlen. Darunter ein lederner Aktenkoffer mit dem Original Praschaks "Tagebuch", diverse Notizbücher und Kalender und ein privates Telefonbuch. Sämtliche Wertgegenstände bis auf ein unechtes Perlencollier von Chanel blieben unberührt. Vermutlich suchte der Einbrecher sechs Kartons mit Bank-Unterlagen, die Praschak zwei Wochen vor seinem Selbstmord nach Hause genommen hatte. Diese Kartons lagerten jedoch im Keller.

NEWS berichet weiters, daß FPÖ-Generalsekretär Westenthaler bei Praschaks jüngeren Bruder Norbert nach neuen Informationen in der Causa gefragt habe. Auch Nicole Praschaks Vater sei angesprochen worden. Die Aussage eines Ermittlers, dem die FPÖ angeblich bis zu 5 Millionen Schilling für die Tatortfotos geboten habe, dementiert FPÖ-Club-Chef Stadler vehement. Die FPÖ habe sicherlich nie ein derartiges Angebot gemacht. Ihm selbst, so Stadler, habe ein befreundeter Journalist die Fotos gezeigt.

Rückfragen & Kontakt:

NEWS-Chefredation,
Tel.: 01/213 12 103

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS