Österreichs chemische Industrie auf Wachstumskurs

Strukturwandel weitgehend abgeschlossen - Auslandsnachfrage sorgt für Produktionswachstum

Wien (PWK) - Das Konjunkturbarometer in Österreich zeigte 1997
auch für die chemische Industrie wieder nach oben: Nach der schwachen Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Jahre scheint die Talsohle nun dank der Zuwächse im Exportgeschäft überwunden. Für das abgelaufene Geschäftsjahr konnte Fachverbandsvorsteher Josef Frick anläßlich einer Pressekonferenz in Wien positiv Bilanz ziehen. ****

Bei einem wertmäßigen Wachstum von rund 6,5 Prozent verfehlten Österreichs Chemiebetriebe 1997 mit einem Gesamt-Produktionswert von 99 Mrd Schilling nur knapp die 100 Milliardengrenze. Einen kontinuierlichen Abwärtstrend zeigte dagegen wie auch in anderen Branchen der Mitarbeiterstand, der bereits unter 45.000 liegt.

Trotz anhaltend günstiger Wachstumsprognosen für das Jahr 1998 ist die Freude über den Aufschwung gedämpft: "Die Produktionsmenge ist im Vergleich zum Vorjahr relativ stark angestiegen, der wertmäßige Zuwachs auf Grund des harten Wettbewerbs dagegen deutlich geringer ausgefallen. Bei näherer Betrachtung erweisen sich die Wachstumszahlen von 1997 durch die niedrigen Vergleichswerte des Jahres 1996 jedoch als überzeichnet", erklärte Frick. Ein längerfristiger Vergleich weise für einen Zeitraum von acht Jahren nur ein nominelles Wachstum des Produktionswertes von sechs Prozent auf.

Eine aktuelle Konjunkturumfrage des Fachverbandes läßt jedoch auf weiteres Wachstum hoffen: Im ersten Quartal 1998 meldeten die Betriebe anhaltend gute Kapazitätsauslastung und eine langsame Belebung der Inlandsnachfrage. Bei zufriedenstellender Entwicklung der Auftragseingänge wurden weiterhin steigende Rohstoffpreise verzeichnet.

Für die 23 Sparten des Fachverbandes verlief das Geschäft 1997 im Vergleich zu den Vorjahren überwiegend positiv. Zuwächse verzeichneten unter anderem die Bereiche Lacke und Anstrichmittel, Kautschukwaren, anorganische Chemikalien sowie die Kunststofferzeugung.

Die Pflanzenschutzindustrie wies zufriedenstellende Absatzmengen -allerdings bei gespannter Ertragslage - auf. Die pharmazeutische Industrie erzielte gute Exporterfolge, kam aber auf dem Inlandsmarkt verstärkt unter Druck. Im Bereich der Kunststoffverarbeitung verschärften hohe Rohstoffpreise bei gleichzeitig sinkenden Produktpreisen ebenfalls den Wettbewerb auf dem Heimmarkt.

Verantwortlich für den Aufschwung zeichnete in erster Linie das Exportgeschäft, bei dem 1997 ein Plus von acht Prozent erzielt werden konnte. Während Waren im Wert von 88,7 Mrd Schilling ausgeführt wurden, stiegen die Chemieimporte im gleichen Zeitraum um rund vier Prozent auf 109,3 Mrd Schilling an und übertrafen damit wie schon in den vergangenen Jahren die österreichische Eigenproduktion.

Zurückzuführen waren die Zuwächse im Export vor allem auf den positiven Konjunkturverlauf in vielen Abnehmerländern sowie das Erstarken der Währung wichtiger Handelspartner wie Italien, Großbritannien oder die USA. "Nicht zuletzt waren sie jedoch auch das Ergebnis eines mehrjährigen Strukturwandels, der mit Hilfe von Rationalisierungsmaßnahmen und Innovationen die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Chemieindustrie spürbar verbesserte", betonte Frick.

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Dr. Johann Pummer

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