AK/ÖGB: Buch über Gelbe Gewerkschaften in Österreich erschienen

Autor Walter Göhring beleuchtet Schattenseiten der Gewerkschaftsgeschichte

Wien (OTS) - Wenige Tage vor dem 1.Mai, dem
Arbeitnehmerfeiertag, ist in der Schriftenreihe des Instituts zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und Arbeiterkammern eine neue Broschüre "Die Gelben Gewerkschaften Österreichs in der Zwischenkriegszeit" erschienen. Dem Autor Walter Göhring, Leiter des Instituts, ist es an Hand von Zeitzeugenaussagen, Materialstudien, Presseauszügen und zahlreichen Protokollen gelungen, eine bislang in der Forschung noch wenig berücksichtigte Lücke zu schließen und dieses Thema aufzuhellen. Fazit: Die antidemokratischen Gelben Gewerkschaften im Umfeld der Unternehmerschaft und die damit verbundene Spaltung der Arbeitnehmer in konkurrenzierende Gruppierungen haben eine
effektive Interessenpolitik behindert und dem Faschismus und dem Nationalsozialismus den Weg bereitet.****

Das Buch bietet eine umfassende Darstellung von der Gründung, der Entwicklung und den Strategien der "Unabhängigen" Gelben Gewerkschaften Österreichs in der Zwischenkriegszeit. Diese Gelben Gewerkschaften wurden mit finanzieller und persönlicher Unterstützung seitens einzelner Unternehmer gegründet. Ihr Zweck lag weniger in der Vertretung der Arbeitnehmerinteressen, als vielmehr in der Bekämpfung der Freien Sozialistischen und der Christlichen Gewerkschaften. Sie dienten den Heimwehren zur Unterwanderung bestehender gewerkschaftlicher betrieblicher Organisationen und waren in ihrem Populismus entscheidende Wegbereiter des Faschismus und des Nationalsozialismus.

Das im ÖGB-Verlag erschienene Buch versteht sich als Beitrag zur politischen Bildung.

Der Autor

Walter Göhring, Historiker (Dr. phil.), Professor für Zeitgeschichte und Wirtschaftskunde, Leiter des Instituts zur Erforschung der Geschichte der Gewerkschaften und Arbeiterkammern, ist Autor von über 300 Fachartikeln und 37 Büchern, u. a. "Politische Bildung für Erwachsene", "Bildung ohne Grenzen -Brücken in die Zukunft" und "Sozialpolitik von 1848 bis heute".

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