Osteuropas Notenbanker sind sich einig: Inflation ist das Hauptproblem bei der Vorbereitung auf den EU-Beitritt

Die Bekämpfung der Inflation in Osteuropa dauert länger als erwartet

Wien (OTS) - Im Zuge des RZB-Osteuropa Forums "Europa ohne
Grenzen" diskutierten die Präsidenten der National- und Zentralbanken aus Polen, Slowenien, Estland, Tschechien, Ungarn und Österreich heute vormittag die Rolle der Zentralbanken bei der Vorbereitung auf die EU. Dr. Klaus Liebscher, Präsident der Österreichischen Nationalbank betonte, daß die Einführung des EURO aufgrund der intensiven wirtschaftlichen Vernetzung auch auf die Länder Osteuropas einen starken Einfluß ausüben werde. Die Vorbereitungen für den EU-Beitritt und den späteren Eintritt zur EURO-Zone müßten rechtzeitig beginnen. Als Benchmarks müßten den Beitrittskandidaten die EURO-Stabilitätskriterien dienen.

Die Notenbankpräsidenten waren sich darüber einig, daß die Bekämpfung der Inflation das vorrangige Ziel sei, auch wenn damit soziale Einschnitte verbunden seien. Dieser Prozeß dauere allerdings länger als erwartet und auch länger als es die Politiker gerne hätten. Während Polen die Umstellung der Wolkswirtschaft eher stufenweise angegangen habe, kam für Tschechien die Marktöffnung zu schnell.

Die polnische Nationalbankpräsidentin Dr. Hanna Gronkiewcz-Waltz gratulierte Österreich zur Erfüllung der Maastrichtkriterien. Erst wenn die Wirtschafts- und Währungsunion vollzogen sei, könne sich die EU den Fragen der Erweiterung widmen. Polen müßte mit doppelter Geschwindigkeit aufholen, da es die Jahrzehnte des "realen" Sozialismus aufholen müsse und die Wirtschaft gleichzeitig schneller als die der EU wachsen müsse. Die Zentralbank müsse den internationalen Investoren eine transparente Währungspolitik und eine glaubwürdige Wechselkurspolitik signalisieren. Weiters müsse die Zentralbank dafür garantieren, daß Finanzdisziplin in der Wirtschaft die Oberhand gewinne.

Dr. Györgi Surany, ungarischer Nationalbankpräsident versicherte, daß Ungarn die Ziele der Wirtschafts- und Währungsunion zur Gänze teile, und in der Folge eines Beitritts auch der EURO-Zone beitreten wolle. Das erfordere ein ausgeglichenes Wachstum, eine dauernde Senkung der Inflationsrate und eine Reform des öffentlichen Haushalts.

Rückfragen & Kontakt:

RZB Pressezentrum
Tel.: 01/71707 - 2380

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS