Arbeiterrechte: Wirtschaft gegen weiteren Lohnnebenkosten-Schub

Martin Mayr verlangt Kostenneutralität bei Rechtsanpassung und wendet sich gegen das vom ÖGB verlangte "Rosinenprinzip"

Wien (PWK) - "Obwohl erst im kommenden Jahr Nationalratswahlen
sind, wird von den Gewerkschaftern offenkundig bereits jetzt massiv der Wahlkampf gestartet", kommentiert Martin Mayr, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich, die jüngste ÖGB-Veranstaltung zur Angleichung von Arbeiterrechten an jene der Angestellten. Und es sei auch wenig verwunderlich, daß der ÖGB nur wenige Tage vor Gründung der F-Gewerkschaft versuche, mit Forderungen zu punkten, die einen weiteren Lohnnebenkostenschub zu Lasten der Betriebe mit sich bringen würden. ****

Um die heimischen Betriebe wettbewerbsfähig zu halten, sei es notwendig, die Unternehmen zu entlasten und ihnen nicht noch weitere Kosten aufzubürden. Dieser Grundsatz sei sowohl im Koalitionspakt verankert als auch Bestandteil der EU-Leitlinien zur Beschäftigung. Eine Realisierung aller Gewerkschaftsforderungen würde die Wirtschaft jedenfalls mit einem zusätzlichen Milliardenbetrag belasten.

Für die Wirtschaft, so Mayr, stehe bei der Angleichung von Arbeiterrechten an jene der Angestellten, die Kostenneutralität im Vordergrund: "Das von der Gewerkschaft lauthals geforderte Rosinenprinzip - jeder übernimmt die besten und teuersten Regelungen auf Kosten der Betriebe - lehnen wir ab."
(Schluß) RH

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