Österreich: Wenn es um Mund und Nase brennt Wien (ÖRK) - Beinahe jeder kennt sie, jeder Dritte leidet darunter - die schmerzhaften Bläschen an Mund und Nase, genannt

Fieberblasen oder Herpes labialis. "Fast alle Menschen tragen das Herpes simplex-Virus in sich", sagt Dr.Heinz Peter Slatin,
Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes. Heimtückisch daran ist, daß die Infektion in den meisten Fällen unbemerkt bleibt.

Denn die Fieberblasen sind Symptome einer Zweitinfektion. Die Erstinfektion erfolgt laut Slatin schon im Kindesalter: "Betroffen sind am häufigsten Kinder im Alter zwischen sieben Monaten und sechs Jahren, seltener junge Erwachsene." Das Virus werde meistens von infizierten Erwachsenen durch direkten Kontakt, etwa durch
einen Kuß oder einen abgeleckten Löffel, übertragen. Normalerweise heile die Erkrankung bei Kindern innerhalb von 14 Tagen ab. Das Virus bleibt danach aber im Körper. Verschiedene Ursachen können die Krankheit dann später wieder ausbrechen lassen.

Zu diesen Ursachen gehören laut Slatin starke Sonneneinstrahlung, Infektionen des Hals- und Rachenbereiches, Erkältungskrankheiten, Grippe, Fieber, Nahrungsmittelallergien, gestörte Immunabwehr, die Monatsblutung, erhöhte psychische Belastung oder Streß. Auch nach zahnärztlichen Eingriffen könnten Fieberblasen entstehen. Die Fieberbläschen bilden sich im Bereich des Mundes und der Nase. Zunächst brennt, spannt und juckt die Haut. Nach einigen Stunden bilden sich Bläschen, die mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind. Diese öffnen sich, es kommt zu gelblichen Verkrustungen, die langsam abheilen. Die Beschwerden dauern meist nicht länger als 10 Tage.

"Bricht die Krankheit aus, so können infizierte Stellen etwa mit verdünntem Alkohol desinfiziert werden", sagt Slatin. Auch Salben, die das Wachstum der Viren hemmen, könnten genauso wie austrocknende oder entzündungshemmende Salben aufgetragen werden. "Dabei ist darauf zu achten, daß mit dem Verschmieren der Salbe
die Viren mit den Fingern nicht weiter übertragen werden. Küsse sollten in dieser Zeit vermieden, Eßbesteck nicht gemeinsam
benutzt werden", so Slatin. Ein Arzt sollte jedenfalls dann aufgesucht werden, wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht gebessert haben, oder die Bläschen sich besonders stark ausgebreitet haben.

Das Herpesvirus kann auch andere Körperteile befallen und andere Erkrankungen auslösen, wie z.B. Gürtelrose, Herpes genitalis, oder eine Viruserkrankung des Auges. Ein erhöhtes Risiko für diese Infektionen besteht bei Patienten mit Lippenherpes, bei denen die Immunabwehr durch eine schwere Erkrankung, etwa eine Lungenentzündung, sowieso schon geschwächt ist.

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27.04.1998

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