HÖGER : EINIGUNG IM BAUBEREICH ZEIGT NOTWENDIGKEIT STARKER GEWERKSCHAFTEN

ÖGB-NÖ-Vorsitzender Höger bei Fraktionskonferenz der GBH

Wien (ÖGB-NÖ) Der Kampf um den neuen Kollektivvertrag in der Baubranche hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig das solidarische Handeln von AK und ÖGB, diesmal mit der Gewerkschaft Bau-Holz,
sind : Die Kreativität der Arbeitgeberseite ist nämlich nahezu unbegrenzt, wenn es darum geht, sich Verschlechterungen für die Beschäftigten auszudenken. Und nur eine starke und solidarische Arbeitnehmervertretung kann diese Attacken aufhalten, wie die jüngste KV-Einigung im Baubereich eindrucksvoll bewiesen hat, erklärte der Landesvorsitzende des ÖGB-NÖ, Landeshauptmannstv. Ernst Höger, Samstag bei der der Landeskonferenz der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) vorhergehenden Fraktionskonferenz der FSG. Die Einigung über den neuen Kollektivvertrag bringt mit 1. Mai 1998 eine zweipozentige Erhöhung der KV-Löhne. Einigung wurde auch über eine Neuregelung der Höhenzulage, eine Verschiebung des Stichtags für den Verbrauch der Zeitausgleichsstunden vom 15. Februar auf
den 31. März sowie im Bereich der Lenkzeiten und -pausen für die Kraftfahrer erzielt.

"Trotz steigender Beschäftigung und einer zunehmend anziehenden Konjunktur glauben immer mehr Unternehmen und ihre Interessensvertretungen, die Zeit zurückzudrehen und die sozialen und arbeitsrechtlichen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte demontieren zu können", kritisierte der Landeshauptmannstv. Immer längere Arbeitszeiten zu immer weniger Lohn, das willkürliche Liquidieren von Feiertagen oder die Umwandlung des ersten Krankenstandstags in einen Urlaubstag bilden den Kern des neuen Verhandlungsrepertoirs der Arbeitgeberseite und ihrer Interessensvertretungen in fast allen Branchen - und werden ebenso konsequent wie erfolgreich von den Gewerkschaften verhindert, unterstrich Höger.

Diesen Forderungen könnte der einzelne Arbeitnehmer ausser seiner berechtigten Wut kaum etwas entgegensetzen. AK und ÖGB aber sind die Garanten gegen diese Verschlechterungen und sind stark genug, Widerstand zu leisten. Sie haben einmal mehr durchgesetzt, daß der wirtschaftliche Fortschritt nicht zum Rückschritt für die Beschäftigten wird und damit bewiesen, wie wichtig starke Gewerkschaften gerade in der jetzigen Zeit sind. Dies gilt insbesondere auch für den Ausbildungsbereich. "So hat die Arbeitgeberseite auch im Baubereich trotz Milliardeninvestitionen des Landes in den Wohnbau, die Wasserwirtschaft und den Schul- und Kindergartenbereich Verschlechterungen für die Lehrlinge eingefordert - erfolglos. Moderne Gewerkschaftsarbeit heißt Kampf um jeden Arbeitsplatz ebenso wie um eine zeitgemässe Ausbildung für die Facharbeiter von morgen", hob Höger hervor, der abschließend betonte daß es nun darum gehe, "alle Kraft für neue Arbeit einzusetzen".
(Schluß)nk/wb

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