Fremdenverkehr setzt sich gegen Gewerkschaftsvorwürfe zur Wehr

Kröll: "Billige Polemik" - Gespräche mit Hostasch über gemeinsame Strukturanalyse der Arbeitslosigkeit im Tourismus

Wien (PWK) - Trotz einer steigenden Zahl von offenen Stellen nimmt im Tourismus die Zahl der Arbeitslosen weiter zu. Eine Erklärung für dieses Phänomen dürfte darin liegen, daß fast ein Drittel der in der Tourismusbranche arbeitslos gemeldeten Personen in der Realität nicht vermittelbar ist. Der Fremdenverkehrswirtschaft den "Ruf nach immer mehr billigen ausländischen Saisonarbeitskräften" vorzuwerfen, ist daher billige Polemik, stellt der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Hansjörg Kröll, zu den jüngsten Aussagen des HGPD-Vorsitzenden Rudolf Kaske fest. ****

Der Tourismus bemüht sich zwar, offene Stellen mit EU-Ausländern zu besetzen, lieber wären der Branche aber inländische Mitarbeiter, betont Kröll. Gerade in Hinblick auf den hohen Qualitätsstandard im heimischen Tourismus sind die Unternehmer sehr an inländischen Arbeitskräften interessiert. Ein Ausweg aus dem Dilemma wäre eine Anpassung der überaus restriktiven "Zumutbarkeitsbestimmungen" an die wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Es werde sich herausstellen, ob der immer wieder gehörte Vorwurf, die Saisonarbeitslosigkeit koste die Arbeitslosenversicherung fast drei Milliarden Schilling, in dieser Form aufrechterhalten werden kann: Die Bundessektion Tourismus wird gemeinsam mit dem Sozialministerium beim IHS eine Studie zur Strukturanalyse der Arbeitslosigkeit im österreichischen Fremdenverkehr in Auftrag geben. Darauf einigte man sich gestern, Donnerstag, nachmittag bei einem Gespräch mit Sozialministerin Eleonore Hostasch, berichtet Kröll. "Wir sind sehr daran interessiert, das Problem der saisonalen Arbeitslosigkeit zu klären. Künftig werden wir uns dabei auf die Daten aus dieser Studie stützen können".

Kröll verweist in diesem Zusammenhang auf den schon seit längerem auf dem Tisch liegenden Vorschlag der Tourismuswirtschaft nach einer sozial gerechten Aliquotierung des Urlaubsanspruches. Dies wäre eine wichtige Voraussetzung für jede Verlängerung der Beschäftigung in Saisonzeiten. Dadurch könnten nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch Leistungen der Arbeitslosenversicherung in Höhe von mindestens 250 Millionen Schilling eingespart werden. Eine solche EU-konforme Regelung, wie sie bereits in mehreren EU-Staaten erfolgreich gehandhabt wird, scheiterte bisher an der starren Haltung der Gewerkschaft.

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Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft

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