10. Europäische Notarentage 1998 - 5

* G E S P E R R T bis 12.00 Uhr *

Humane Informationsgesellschaft oder Konsumationszwang

von

Dr. Manfred Jochum

"Wissen ist Macht" und "Information macht Krieg" - zwei Zitate stehen am Anfang dieses Referates, das sich kritisch mit dem Informations"über"fluß auseinandersetzt.

An den neuen Medien wird gepriesen, daß sie große Mengen von Information vielen Menschen zugänglich machen und dies mit egalitärer Geringschätzung von Eliten. Information als Feind der Tyrannei -soweit, so richtig.

Die Kehrseite der Medaille wird von den Befürworten der neuen Medien geflissentlich übersehen. Das Informationsgetöse übt seinerseits zwar keine Tyrannei über, jedoch durch die Information aus.

"Sterben für Information" - ernüchternde Ergebnisse einer Befragung von 1300 Managern, daß zusätzliche Informationen nicht das Geld wert sind, das sie kosten, Streß verursachen und letztendlich durch Überinformation auch noch den Entscheidungsprozeß verzögern.

Der Referent formuliert drei Thesen:
1) Hinter jeder sinnvollen Information muß zuerst ein sinnvolles Bedürfnis stehen.
2) Wir brauchen eine "Torwächterfunktion" in der Information. 3) Auch Informationsverweigerung ist ein Bürgerrecht.

Dr. Manfred Jochum, Jahrgang 1942, ist Leiter der Radiohauptabteilung "Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft" und zusätzlich Wissenschaftssprecher des ORF.

Sperrfrist: Freitag, 24. April 1998, 12.00 Uhr

(Forts)

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