Museum für Rechtsgeschichte feiert 10jähriges Bestehen

Ausstellungsserie über berühmte Kriminalfälle beginnt

St.Pölten (NLK) - Die Sammlung des französischen
Rechtsgelehrten Francois Gayot de Pitaval über interessante Kriminalfälle war nicht für die Öffentlichkeit, sondern für Juristen gedacht, die darin eine Schilderung der Untaten vorfanden und sich an den Urteilen bei ihrer eigenen Arbeit orientieren konnten. Dieses Werk des französischen Parlamentsadvokaten in
Paris wurde Synonym für Sammlungen von Strafrechtsfällen, die aber in der Folge bewußt für die Öffentlichkeit verfaßt waren und an den nicht beabsichtigten kommerziellen Erfolg des 20bändigen Pitaval-Werkes anknüpfen sollten. Das Museum für Rechtsgeschichte in Pöggstall beginnt heuer zum 10jährigen Bestandsjubiläum der Außenstelle des NÖ Landesmuseums im Rondell des Schlosses Rogendorf mit einem Überblick über Kriminalfallsammlungen. Teil 1 ist unter dem Titel "Vom Pitaval bis heute" zu sehen, Schaulustige können sich in zeitgenössischen Darstellungen über aufsehenerregende Kriminalfälle informieren. So zum Beispiel über die Ermordung des französischen Königs Heinrich IV. durch Francois Ravaillac im Jahr 1610, die im Bilddokument vorliegt, samt der Bestrafung des Schuldigen: Gezeigt wird die Vierteilung Ravaillacs samt vorheriger Folter mit glühenden Zangen. Gezeigt wird selbstverständlich auch die Ermordung der Kaiserin Elisabeth am Genfer See im Jahr 1898. Beginnend mit dem politischen Mord an König Charles I. werden insgesamt zehn solcher aufsehenerregender Kriminalfälle dargestellt.

Immer wieder gab es Kriminalsammlungen, die sich am "Pitaval" orientierten, die wichtigsten davon werden in Pöggstall gezeigt. Als letztes wird die 1986 erschienene Sammlung von Leomare Qualtinger "Die berühmtesten Kriminalfälle aus dem alten Österreich" erwähnt. Da die einzelnen Taten auch vom politischen Umfeld her zu beurteilen sind, gibt die Schau auch Einblicke in historische Entwicklungen.

Die Sonderausstellung "Vom Pitaval bis heute" im Schloß Rogendorf wird am 26. April um 10.30 Uhr eröffnet und ist bis 31. Oktober zu sehen. 1999 gibt es eine erste Fortsetzung mit anderen Kriminalfällen.

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