Utl.: Schnell: "Bin menschlich von Haider zutiefst enttäuscht." -

Vorausmeldung zu NEWS 17/23.4.1998 Aufstand in der FPÖ: Solidarität von FP-Landesspitzen für abmontierten Salzburger Freiheitlichen.

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem morgen erscheinenden Nachrichtenmagazin News rechnet der abmontierte Salzburger FPÖ-Landeschef mit Jörg Haider und seiner Partei ab. Er sei "vom Jörg menschlich zutiefst enttäuscht". Schnell: "Ich hätte mir erwartet, daß Jörg endlich klare Worte spricht. Er hat an jenen, die den Streit begonnen haben, keine Kritik geübt. Das ist für mich Führungsschwäche."

Hinter seiner Demontage vermutet er vor allem Haiders Stellvertreterin Susanne Riess-Passer. Schnell: "Auch die Konflikte in Innsbruck waren ja eng mit ihr verbunden. Auch dort hat uns der Jörg nie erklärt, was passiert ist."

Nach wie vor stünden 90 % der Salzburger Partei hinter ihm. Schnell: "Jetzt kommt es zum Diktat der Minderheit. Ich kann den Jörg nur bitten, doch noch umzudenken." Schnell übt im News-Interview auch Selbstkritik: "Nehmen wir den Fall Innsbruck. Da muß ich mir heute selber Vorwürfe machen. Ich habe den Parteiausschuß von Rudi Federspiel auch unterschrieben, ohne zu wissen, was eigentlich los ist. Wir hatten alle bloß ein Fax erhalten, aber die Hintergründe nie erfahren." In Anspielung auf Riess-Passer und die beiden "Haider-Vollstrecker" Gernot Rumpold und Peter Westenthaler sagt Schnell: "Intern spricht man schon von der Königskobra und den Rittern der seidenen Schnur."

Mittlerweile haben sich schon prominente FPÖ-Spitzenpolitiker hinter Schnell gestellt. Hilmar Kabas, designierter Wiener Parteichef: "In Salzburg dürfte sich der Politwitz Freund-Feind-Parteifreund bewahrheitet haben. Bedauerlich." Auch der Burgenländer Wolfgang Rauter zeigt sich solidarisch. Ich halte Schnell für einen ausgezeichneten Landesobmann und würde es begrüßen, wenn er es auch bleibt." Und der Kärntner Karl-Heinz Grasser, der selbst vor kurzem einen schweren Konflikt mit Parteiobmann Haider ausgefochten hatte: "Ich unterstütze Schnell freundschaftlich und politisch. Ich sehe keine überzeugende Alternative zu ihm. Die Gesamtauflösung der Partei kann jedenfalls nicht zur Konfliktlösung beitragen."

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