AK: "Geschützte Fahrschulen" in Österreich treiben Preise in die Höhe (2)

AK Preisvergleich: In Wien besteht noch am ehesten Preiswettbewerb

Wien (OTS) - In Österreich gibt es zwischen den einzelnen Fahrschulen kaum Preiswettbewerb. Lediglich in Wien differieren
die Preise um mehr als ein Drittel. Das zeigt eine AK
Preiserhebung für ein Führerscheinpaket B in Fahrschulen in Wien, Salzburg und Kärnten. Die AK verlangt, daß der Markt liberalisiert wird, damit endlich Wettbewerb entsteht. ****

Villach und Salzburg am kostspieligsten - Einige Regionen haben Einheitspreise
In der Stadt Salzburg ist die Lenkerberechtigung am teuersten: Im Schnitt müssen 16.504 Schilling bezahlt werden. Die Preisunterschiede zwischen den Fahrschulen betragen allerdings nur 370 Schilling, ergab der AK Vergleich.
Ein bißchen mehr Wettbewerb gibt es in anderen Salzburger
Bezirken: Der B Führerschein kostet durchschnittlich 15.682 Schilling. Die Preise zwischen den einzelnen Regionen differieren immerhin um 3.695 Schilling. "Leider hat der Konsument nichts von diesen Preisunterschieden," so die AK Konsumentenschützer, "weil aufgrund der derzeitigen gesetzlichen Regelung die Führerscheinprüfung in der Regel nur bei der Wohnsitzbehörde abgelegt werden darf. Damit ist auch der Fahrschüler an die örtliche Fahrschule gebunden." "Außerdem stehen dem Konsumenten außerhalb der Landeshauptstädte meist nur ein bis zwei Fahrschulen zur Auswahl, deren Preise sich kaum unterscheiden," wissen die AK Konsumentenschützer.

Auch in Kärnten werden die Auswirkungen des geschützten Marktes sichtbar: In Villach blättert der Konsument durchschnittlich
15.804 Schilling hin, wobei der Preisunterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter 910 Schilling ausmacht. Für Lehrlinge, Schüler und Studenten gaben alle Villacher Fahrschulen den gleichen Preis von 15.700 Schilling an.
Auch in Spital an der Drau bieten die Fahrschulen einen Einheitspreis an, nämlich in der Höhe von 15.000 Schilling, so die AK Erhebung.
In Klagenfurt müssen für die PKW-Ausbildung durchschnittlich 14.588 Schilling aufgewendet werden, wobei der Preisunterschied 2.920 Schilling betragen kann.
In den sonstigen Regionen in Kärnten können die Angebote um bis zu 3.680 Schilling abweichen. Durchschnittlich muß der Konsument mit 14.670 Schilling rechnen.

Wien: Für rosa Schein rentiert sich ein Preisvergleich
In Wien gibt es aufgrund der Vielzahl der Fahrschulen noch am ehesten Preiswettbewerb. Zwar liegt Wien mit einem Durchschnittspreis von 15.380 Schililing im österreichischen Mittelfeld, allerdings schwanken die Preise bis zu 6.970
Schilling: So belauft sich der günstigste Kurs auf 11.680 Schilling, der teuerste auf 18.650 Schilling.

Anders als in den Bundesländern und Bayern bieten die Fahrschulen in Wien auch günstigere Tagestarife für Fahrten vor 17 Uhr an:
Würden also die Fahrstunden tagsüber genommen, so käme der Kurs im Durchschnitt auf 13.557 Schilling.

Konsumenten an örtliche Fahrschule gebunden - kaum Wettbewerb
Als Schlußfolgerung aus den Ergebnissen fordert die AK:
+ Die Führerscheinkandidaten sollen die Fahrschule frei auswählen können. Derzeit ist der Fahrschüler an die örtliche Fahrschule gebunden, da er die Prüfung nur bei der Wohnsitzbehörde ablegen darf. Dazu müßte das Führerschein-Gesetz geändert werden: Nach Vorstellungen der AK soll die vom Fahrschüler frei ausgewählte Fahrschule dem Kandidaten eine schriftliche Bestätigung über die absolvierte Ausbildung ausstellen. Mit dieser Bestätigung soll die zuständige Behörde die Zulassung zur Fahrprüfung genehmigen und eine Fahrschule bestimmen, wo der Prüfungskandidat ohne weitere Kosten die theoretische und praktische Prüfung ablegen kann.
+ Die AK fordert, die Festlegung von Musterbedingungen, in denen
die Basisleistungen anzuführen sind. Derzeit ist ein
Preisvergleich für die Konsumenten eher schwierig, da die angebotenen Ausbildungspreise der einzelnen Fahrschulen die unterschiedlichsten Leistungen beinhalten.
+ Fahrschulen soll der Marktzutritt erleichert werden. Derzeit schützen Zulassungsbedingungen die bestehenden Fahrschulen vor neuer Konkurrenz.
+ Für den Fahrschulbesitzer sollte die Erbringung seiner Dienstleistungen österreichweit möglich sein. Die Errichtung und Verlegung innerhalb eines Bundeslandes bedarf derzeit einer Bewilligung des Landeshauptmannes. Die AK verlangt daher: Weg mit dem Gebietsschutz.
+ Die theoretische Fahrprüfung sollten auch fachkundige Einrichtungen, wie zB Autofahrerclubs, anbieten dürfen. Die AK
will eine Aufhebung des Prüfungsmonopols, da ab Ende Mai dieses Jahres die Abnahme der Fahrprüfung nur den Fahrschulen vorbehalten ist.

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