Papierindustrie: 1997 1,6 Mrd Schilling für Umweltschutz

Verbrauch von Altpapier um 6,8 Prozent gestiegen - Nachhaltigkeit bei Holznutzung großgeschrieben

PWK - Die österreichische Papierindustrie hat einen Weg gefunden, die ökonomischen Aspekte mit ökologischen eng zu verknüpfen. In den letzten zehn Jahren wurden rund 20 Mrd Schilling für Umweltschutzmaßnahmen investiert, allein 1997 waren es über 1,6 Mrd Schilling. Dies geht aus dem Umweltbericht '98 der österreichischen Papierindustrie hervor, der am Dienstag, den 21. April, im Haus der Papierindustrie der Öffentlichkeit präsentiert wurde. ****

Die gute Mengenkonjunktur in der Papierindustrie im Jahr 1997 fand auch in einem um 6,8 Prozent gestiegenen Altpapierverbrauch ihren Niederschlag. "Insgesamt wurde der Verbrauch um 105.000 Tonnen auf ein Rekordhoch von 1,6 Mio Tonnen gesteigert", berichtete Günther Krametter, Generaldirektor der Rondo Ganahl AG bei der Pressekonferenz. "Altpapier ist bereits seit mehreren Jahren der mengenmäßig wichtigste Rohstoff für die Papierherstellung in Österreich". So werden beispielsweise Faltschachtelkartons und Pappe zu 93 Prozent aus Altpapier hergestellt. Bezüglich der Rücklaufquote von Altpapier liegt Österreich im europäischen Vergleich mit über 70 Prozent gemeinsam mit Deutschland im absoluten Spitzenfeld.

Der Holzverbrauch der österreichischen Papierindustrie betrug 1997 knapp 6,5 Mio Festmeter. Der beste Beweis, daß in dieser Hinsicht der heimische Wald keineswegs "überfordert" wurde, sondern die Waldfläche nachhaltig genutzt wird, ist die ständige Zunahme des österreichischen Waldes - seit 1991 um mehr als 46.000 Hektar. Das österreichische Forstgesetz ist eines der strengsten der Welt und deckt in seinem Kern das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Facetten ab. "Alle Erfordernisse für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt, wie sie im Rahmen des Berichtewesens der internationalen Forstministerkonferenz gefordert werden, erfüllt Österreich bereits. Für das heimische Holz ist daher auch ein zusätzlicher Zertifizierungsvorgang nicht notwendig", erklärte Heinz Kessler, Generaldirektor der Nettingsdorfer Papierfabrik AG.

Kurt Mitterböck, Vorstandsdirektor der Neusiedler AG, verwies darauf, daß "die Papierindustrie ein vitales Interesse daran hat, Waldschäden zu vermeiden, da sie Holz sowohl als Rohstoff, aber auch die nicht stofflich verwendbaren Reste thermisch nutzt". Die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen liegen in Österreich insgesamt bei etwa 60 Mio Tonnen, davon verursacht die Industrie 15 Mio Tonnen, die Papierindustrie nur rund 2 Mio Tonnen. Die SO2-Emissionen liegen heute bei etwa 2.000 Tonnen pro Jahr. Dies ist weniger als ein Zehntel des Jahres 1980. Auch die Staubemissionen wurden von der Papierindustrie weiter reduziert. Emissionen anderer Schadstoffe wie zB Schwefelverbindungen aus der Zellstofferzeugung oder Kohlenwasserstoffe sind bereits soweit reduziert worden, daß sie mengenmäßig unbedeutend geworden sind.

"Umweltschutz darf aber nicht nur von einem Land betrieben werden, sondern ist mindestens europa-, wenn nicht gar weltweit zu sehen", betonte Mitterböck, "denn Emissionen aus den umliegenden Staaten belasten auch unseren Luftraum".

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