- 21.04.1998, 12:57:52
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Papierindustrie: 1997 1,6 Mrd Schilling für Umweltschutz
Verbrauch von Altpapier um 6,8 Prozent gestiegen - Nachhaltigkeit bei Holznutzung großgeschrieben
PWK - Die österreichische Papierindustrie hat einen Weg gefunden,
die ökonomischen Aspekte mit ökologischen eng zu verknüpfen. In den
letzten zehn Jahren wurden rund 20 Mrd Schilling für
Umweltschutzmaßnahmen investiert, allein 1997 waren es über 1,6 Mrd
Schilling. Dies geht aus dem Umweltbericht '98 der österreichischen
Papierindustrie hervor, der am Dienstag, den 21. April, im Haus der
Papierindustrie der Öffentlichkeit präsentiert wurde. ****
Die gute Mengenkonjunktur in der Papierindustrie im Jahr 1997 fand
auch in einem um 6,8 Prozent gestiegenen Altpapierverbrauch ihren
Niederschlag. "Insgesamt wurde der Verbrauch um 105.000 Tonnen auf
ein Rekordhoch von 1,6 Mio Tonnen gesteigert", berichtete Günther
Krametter, Generaldirektor der Rondo Ganahl AG bei der
Pressekonferenz. "Altpapier ist bereits seit mehreren Jahren der
mengenmäßig wichtigste Rohstoff für die Papierherstellung in
Österreich". So werden beispielsweise Faltschachtelkartons und Pappe
zu 93 Prozent aus Altpapier hergestellt. Bezüglich der Rücklaufquote
von Altpapier liegt Österreich im europäischen Vergleich mit über 70
Prozent gemeinsam mit Deutschland im absoluten Spitzenfeld.
Der Holzverbrauch der österreichischen Papierindustrie betrug 1997
knapp 6,5 Mio Festmeter. Der beste Beweis, daß in dieser Hinsicht der
heimische Wald keineswegs "überfordert" wurde, sondern die Waldfläche
nachhaltig genutzt wird, ist die ständige Zunahme des
österreichischen Waldes - seit 1991 um mehr als 46.000 Hektar. Das
österreichische Forstgesetz ist eines der strengsten der Welt und
deckt in seinem Kern das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Facetten
ab. "Alle Erfordernisse für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt, wie sie
im Rahmen des Berichtewesens der internationalen
Forstministerkonferenz gefordert werden, erfüllt Österreich bereits.
Für das heimische Holz ist daher auch ein zusätzlicher
Zertifizierungsvorgang nicht notwendig", erklärte Heinz Kessler,
Generaldirektor der Nettingsdorfer Papierfabrik AG.
Kurt Mitterböck, Vorstandsdirektor der Neusiedler AG, verwies
darauf, daß "die Papierindustrie ein vitales Interesse daran hat,
Waldschäden zu vermeiden, da sie Holz sowohl als Rohstoff, aber auch
die nicht stofflich verwendbaren Reste thermisch nutzt". Die CO2-
Emissionen aus fossilen Brennstoffen liegen in Österreich insgesamt
bei etwa 60 Mio Tonnen, davon verursacht die Industrie 15 Mio Tonnen,
die Papierindustrie nur rund 2 Mio Tonnen. Die SO2-Emissionen liegen
heute bei etwa 2.000 Tonnen pro Jahr. Dies ist weniger als ein
Zehntel des Jahres 1980. Auch die Staubemissionen wurden von der
Papierindustrie weiter reduziert. Emissionen anderer Schadstoffe wie
zB Schwefelverbindungen aus der Zellstofferzeugung oder
Kohlenwasserstoffe sind bereits soweit reduziert worden, daß sie
mengenmäßig unbedeutend geworden sind.
"Umweltschutz darf aber nicht nur von einem Land betrieben werden,
sondern ist mindestens europa-, wenn nicht gar weltweit zu sehen",
betonte Mitterböck, "denn Emissionen aus den umliegenden Staaten
belasten auch unseren Luftraum".
Voll gegriffen haben auch bereits die Maßnahmen zur Verbesserung
der Qualität der Fließgewässer an den Standorten der österreichischen
Zellstoff- und Papierindustrie. In den heimischen Fließgewässern
unterhalb der Standorte ist heute in den meisten Fällen eine
Güteklasse zwischen zwei und drei erreicht, vermeldete die
österreichische Papierindustrie, die auch nächstes Jahr wieder genau
über ihre Umweltaktivitäten berichten wird.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Gerolf Ottawa
Fachverband der Papierindustrie
Tel. 58886 DW 261
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