ARBÖ: Seit zwei Jahren gibt’s keine "Gläserne Taschen" mehr

Trotzdem sind die Spritpreise noch immer zu hoch

Wien (ARBÖ) - Morgen Mittwoch, den 22. April, sind es genau
zwei Jahre, daß das "Prinzip der Gläsernen Taschen" zur Treibstoffpreisgestaltung in Österreich beendet wurde. Die "Preisautomatik" des "Prinzips der Gläsernen Taschen" sah die ausschließliche Orientierung der heimischen Tankstellenpreise an den Rotterdamer Notierungen für Fertigprodukte vor.

Bedingungen zu Preisänderungen an den Tankstellen waren:
Kursschwankungen der Fertigprodukte um umgerechnet mindestens 20 Groschen pro Liter für mindestens drei Tage. Auch auf Drängen des ARBÖ wurde dieses Prinzip beendet. Die Gründe, die gegen die "Gläsernen Taschen" sprachen, waren:

1. Die ausschließliche Orientierung an internationalen Fertigproduktnotierungen, obwohl nur rund ein Viertel der in Österreich verkauften Treibstoffe daraus resultiert. Preisbildungsfaktoren wie Rohölpreise, Dollarkurs und Verarbeitungskosten bleiben weitgehend unberücksichtigt.

2. Die Vorgabe der "20-Groschen-Hürde" hat sich als zu hoch, und daher als nachteilig für die Konsumenten erwiesen. Der ARBÖ hat daher stets raschere Preisanpassungen, beispielsweise schon bei 10 Groschen, verlangt.

ARBÖ-Resümee zwei Jahre nach Beendigung des Systems:
Preisänderungen sind flexibler geworden, Erhöhungen und Absenkungen um fünf bis zehn Groschen sind keine Seltenheit mehr. "Tatsache ist aber auch, daß der erwartete freie Wettbewerb nicht die Senkung des allgemeinen Preisniveaus im gewünschten Ausmaß bewirkt hat", stellt die volkswirtschaftliche Referentin des ARBÖ, Mag. Elisabeth Brugger-Brandau fest. "Einer der Gründe dafür ist", so Mag. Brugger-Brandau, "daß sich die Mineralölwirtschaft de facto immer noch zu 100 Prozent am Fertigproduktmarkt orientiert".

Daher forderte der ARBÖ die Mineralölwirtschaft zum morgigen "Jahrestag" auf, die heimischen Nettospritpreise ohne weitere Verzögerung den EU-Durchschnittspreisen anzupassen, die derzeit um rund 80 Groschen billiger sind als die Nettopreise in Österreich.

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