Nutzen der Weiterbildung anhand von WIFI-Kursen evaluiert

Hochrechnung der Ergebnisse auf vergleichbare Kurse

PWK - "Eine Evaluierung von Weiterbildungsmaßnahmen hat zum Ziel, Aussagen über die Wirksamkeit von Bildungsmaßnahmen zu machen, wobei monetär bewertete Aufwendungen und Erträge einander gegenübergestellt wurden. Wir haben für die Untersuchung zwei unterschiedliche Kurse des WIFI-Angebotes ausgewählt, nämlich die Fachakademie-Handel-Ausbildung und die CNC-Techniker-Komplettausbildung, die das stark diversifizierte ****

Spektrum der Weiterbildungsmöglichkeiten berücksichtigen", erklärt Univ.Prof. Friedrich Schneider sein Untersuchungsmodell bei der Präsentation der Studie "Nutzen der Weiterbildung".

Univ.Prof. Schneider: "Ziel dieser Studie war es, den Nutzen der Weiterbildung für die Unternehmen und Mitarbeiter durch Absolventenbefragung und Firmeninterviews zu untersuchen. Der Nutzen der Weiterbildung wurde in dieser Studie über die Nutzeneinschätzung der Unternehmen, die sie in Form von Lohn- und Gehaltserhöhungen an die Kursabsolventen weitergeben, quantifiziert. Dieser Vorgehensweise liegt die Überlegung zugrunde, daß eine Lohn- bzw. Gehaltserhöhung nur dann gewährt wird, wenn der Nutzen, den der Mitarbeiter dem Unternehmen erbringt, mindestens so hoch ist wie die gewährte Lohn-bzw. Gehaltserhöhung. Der Nutzen hat neben seiner monetarisierbaren, quantitativen Ausprägung natürlich auch einen nicht zu unterschätzenden qualitativen Aspekt.

Insgesamt wurde von seiten der Vorgesetzten betont, daß eine derart umfassende Ausbildung, wie sie die FA-Handel- und die CNC-Techniker-Komplettausbildung darstellen, von den einzelnen Unternehmen nicht sinnvollerweise durchgeführt werden kann. Das WIFI als zentrale Anlaufstelle für Weiterbildungs-/Qualifizierungsaktivitäten der Mitarbeiter heimischer Unternehmen stellt daher eine nicht wegzudenkende Einrichtung für die österreichische Wirtschaft dar.

Da die WIFIs als Weiterbildungseinrichtung für die Unternehmen agieren, sind nicht alle Kurse kostendeckend. Es ergibt sich ein Subventionsbedarf, der von der Wirtschaft über die Wirtschaftskammern abgedeckt wird. Als Benchmark (Richtwert) für den Nutzen der Weiterbildungsmaßnahmen wurde der Subventionsbedarf für die beiden Kurse verwendet.

Bei der Benchmark-Analyse für die FA-Handel-Ausbildung ergibt sich ein negativer Nettoerlös von 9.315 Schilling pro Absolvent. Setzt man die durchschnittliche Einkommenssteigerung eines FA-Handel-Absolventen in Relation, ist im "besten" Fall die Einkommenssteigerung rund acht mal so hoch wie der Zuschußbedarf, im "schlechtesten" Fall drei mal so hoch. Bei der kapitalintensiven CNC-Ausbildung ergibt sich ein negativer Deckungsbeitrag von 11.588,-Schilling pro Absolvent und ein negativer Nettoerlös von 41.000,-Schilling pro Absolvent. Der negative Deckungsbeitrag wird durch die Einkommenssteigerungen infolge der CNC-Ausbildung mehr als wettgemacht. Im "besten" Fall ist der Einkommensanstieg fast vier mal höher als der Deckungsbeitrag.

Rechnet man die Einkommenssteigerungen auf Absolventen vergleichbarer WIFI-Kurse in ganz Österreich hoch, können die Einkommenssteigerungen auf insgesamt 3.040 Absolventen angewendet werden. Die Hochrechnung auf die 3.040 Absolventen bringt zusätzliche Brutto-Einkommen zwischen rund 50 und 87 Millionen Schilling. Geht man vom Netto-Einkommen abzüglich österreichischer Sparquote von 13 Prozent aus, kann mit einem Kaufkrafteffekt zwischen 31 und 57 Millionen Schilling gerechnet werden.

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Univ.Prof. Friedrich Schneider

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