Erstmals Nutzen der Weiterbildung für Volkswirtschaft evaluiert

Leischko: Volkswirtschaftlicher Nutzen über höhere Kaufkraft bestätigt - Weiterbildungsschecks wären sinnvolle Investition

PWK - "Wie eine erstmalige Evaluierung des Nutzens der Weiterbildung von Univ.Prof. Friedrich Schneider anhand zweier WIFI-Kurse im Rechenmodell ergibt, zeigt sich eine wesentliche Kaufkraftverstärkung infolge von Gehaltserhöhungen und damit ein beträchtlicher Beitrag zur Volkswirtschaft, ohne noch die wettbewerbsverbessernden Faktoren der Höherqualifizierung für Unternehmen und Mitarbeiter zu berücksichtigen", so WIFI-Kurator Eduard Leischko anläßlich der Präsentation des Untersuchungsergebnisses der Studie "Nutzen der Weiterbildung" vor Journalisten. ****

"Die Erhöhung der Kaufkraft um geschätzte 450 Millionen Schilling ohne Multiplikatoreffekte und ca. 710 Millionen Schilling inklusive Kreislaufeffekte rechtfertigt unsere Forderung nach einem persönlichen Weiterbildungskonto als sinnvolle Investition der öffentlichen Hand in die berufliche Weiterbildung", erklärt Leischko, "umsomehr als die Schätzung auf einer Kursteilnehmerzahl von 50.000 basiert". Ausgehend von einer Personenanzahl von 500.000 Weiterbildungsaktiven und einer jährlichen Dotation für das persönliche Weiterbildungskonto von 4.000.- Schilling, die aber nur als 50-prozentiger Zuschuß in Anspruch genommen werden können, ergibt sich ein Betrag von zwei Milliarden Schilling. Damit wird ein Anreiz und leichterer finanzieller Zugang zur Weiterbildung erreicht. Dieser Betrag macht sich durch die erhöhte Kaufkraft wieder bezahlt.

"Es ist endlich an der Zeit, die Bildungspolitik in Österreich zu überdenken und die Kostenlosigkeit der Erstausbildung in Frage zu stellen. Es müssen Akzente in Richtung Weiterbildung gesetzt werden und nicht nur Absichtserklärungen wie im kürzlich verabschiedeten Nationalen Aktionsplan für Beschäftigung", argumentiert Leischko. Immerhin heißt es im NAP unter der Leitlinie 5: die nationale Zielsetzung ist die "Steigerung des Anteils der Personen in der lebensbegleitenden Weiterbildung" und "gezielte ArbeitnehmerInnenförderungsprogramme sollen finanzielle Zugangsbarrieren zu Weiterbildungsangeboten abbauen".

"Wesentlich erscheint uns hier die Unterstützung der Eigeninitiative im Sinne einer Subjektförderung und nicht einer Obkjektförderung, da ohnedies ausreichend Weiterbildungseinrichtungen der Sozialpartner existieren", betont Leischko. Im Sozialpartnerpapier zur Leitlinie 5 ist die Weiterbildung für Arbeitslose durch die Erhöhung des Prozentsatzes auf 20 statt bisher 10 Prozent bei Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik festgeschrieben, wobei, so Leischko, "ebenso seitens der Unternehmen Initiativen zur Weiterbildung von wieder in das Berufsleben integrierten ehemaligen Arbeitslosen gesetzt werden müßten". Höherqualifizierung bedeutet aber auch Arbeitsplatzsicherung und sollte als Instrument der Arbeitsmarktpolitik nicht unterschätzt werden", betont Leischko.

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