Schule wird zunehmend sozialer Lebensraum

"Jugendkulturtage" präsentieren neue Studie über Kindheit

Wien (OTS) Der Anteil der Kinder an der Gesamtbevölkerung geht zurück. Im Jahr 2050 wird es nur mehr knapp eine Million Kinder geben, denen 2,5 Millionen Senioren gegenüberstehen werden. Gründe dafür liegen in der höheren Lebenserwartung und im Rückgang der Geburtenzahlen. Zeigen sich auf der einen Seite positive Aspekte
wie z.B. vermehrte Aufmerksamkeit, die dem einzelnen Kind in der Familie oder Schule gewidmet werden kann, so gibt es auf der
anderen Seite auch weniger Spielkameraden. Die Bedeutung der
Schule für soziale Kontakte wird daher steigen. Das Bundesministerium für Unterricht und kulturelle Angelegenheiten
und das Bundesministerium für Umwelt, Jugend und Familie haben
eine Untersuchung machen lassen, deren Ergebnisse heute bei der Enquete "Jugendkulturtage" in Wien präsentiert werden. Die Studie "Zeiten und Räume moderner Kindheit" wurde vom Europäischen Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung erarbeitet. ****

Ziel der Studie ist eine umfassende Analyse von Kindheit in Österreich. Bei der Tagung für Lehrer und Erzieher in Wien werden verschiedene Themen wie Lifestyle, Raves, Sport, Musik, aber auch Problembereiche wie Drogen behandelt. Lehrkräfte und im Jugendbereich Tätige sollen dadurch an die ihnen oftmals schwer zugänglichen Kulturformen von Jugendlichen herangeführt werden.

POSITIVE ERFAHRUNGEN IM SCHULALLTAG ÜBERWIEGEN

Wie die Studie zeigt, überwiegt im täglichen Schulalltag die positive Erfahrung, wobei das Zusammentreffen mit Gleichaltrigen eine der wesentlichsten Faktoren dafür ist, dass Kinder gerne in die Schule gehen. Befunde über das psychosoziale Wohlbefinden Zehnjähriger in der Schule zeichnen ebenfalls ein recht positives Bild: Fast 65 Prozent fühlen sich in der Schule wohl.

Die Studie zeigt aber auch auf, dass vor allem bei Jugendlichen im Pubertätsalter (ab der 5. Schulstufe) Schulängste, psychische Belastungen und psychovegetative Beschwerden steigen und die positive Selbstwahrnehmung der Schüler leidet.

Trotz hoher schulischer Anforderungen sind die Jugendlichen
sehr aktiv, und es bleibt genügend Zeit für Freizeittätigkeit. Sport treiben, sich mit Freunden und Freundinnen treffen, Musik hören oder andere Medien nutzen, stellen die häufigsten Freizeitaktivitäten dar, die mit zunehmenden Alter an Bedeutung gewinnen. Allerdings zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede: Buben betreiben mehr Sport und interessieren sich stärker für Neue Medien, während Mädchen eher musisch-kreativ tätig sind und mehr auf traditionelle Medien wie Bücher zurückgreifen.

KINDHEITSPOLITIK IN ÖSTERREICH

"Politische Partizipation" ist jenes Thema, bei dem in den nächsten Jahren kindheitspolitische Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Das ergab eine Umfrage bei Bundesministerien, Landesräten für Jugendfragen, Landesjugendreferenten, Parteien, Kinder- und Jugendorganisationen sowie Kinder- und Jugendorganisationen zum Thema "Kindheitspolitik in Österreich" im Rahmen der heute vorgestellten Studie. An zweiter Stelle liegt die "Familie",
gefolgt von der "Schule"
(Schluss)

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