ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter: "Absenkung der Nettospritpreise auf EU-Niveau erforderlich, daher runter mit den Spritpreisen"

Wien (ARBÖ) - ARBÖ-Präsident Dr. Herbert Schachter forderte
heute bei der Landeskonferenz des ARBÖ-Oberösterreich die Mineralölwirtschaft auf, "die heimischen Nettospritpreise ohne weitere Verzögerung den EU-Durchschnittspreisen anzupassen."

Am 22. April werden es exakt zwei Jahre, daß sich der
Spritpreis in Österreich nicht mehr einzig und allein an den Rotterdamer Marktpreisen für Fertigprodukte orientiert. Das
"System der gläsernen Taschen" wurde damals aufgegeben.

Daher spielt es sehr wohl eine Rolle, wenn innerhalb von sechs Monaten der Rohölpreis um 45 Prozent ins "Bodenlose" fällt. Eine logische Konsequenz bei Verfall des Rohölpreises müßte letztlich eine deutliche Benzinpreissenkung um 50 Groschen sein.

"Es haben sich jedoch Preissenkungen im freien Wettbewerb
bisher nicht im erwarteten Ausmaß eingestellt", so Dr. Schachter, "ganz im Gegenteil, wie ein aktueller Nettopreisvergleich aller EU-Länder zeigt, liegen die österreichischen Preise nach wie vor im Spitzenfeld." Konkret bedeutet dies:

  • Bei Eurosuper ist Österreich weiterhin negativer "Spitzenreiter" mit S 3,80 pro Liter. Der EU-Durchschnittswert liegt bei S 2,93.
  • Bei Diesel ist der österreichische Nettopreis mit S 3,42 der zweithöchste nach Irland. Der EU-Durchschnitt beträgt dazu im Vergleich S 2,73.

Beim Benzinpreisgipfel des Fachverbandes der Erdölindustrie mit der Arbeiterkammer und den Kraftfahrerorganisationen konnten die Vertreter der Mineralölwirtschaft nicht annähernd erklären, weshalb in Österreich die um Steuern und Abgaben reduzierten Nettopreise um so viel höher liegen als im europäischen Durchschnitt.

Es gibt in Europa auch noch andere Regionen, die aufgrund ihrer gebirgigen Topographie erhöhte Vertriebskosten verursachen. Auch
in anderen EU-Ländern fallen Mehrkosten für umweltgerechte Treibstoffqualitäten an. Alle Faktoren, die der heimischen Mineralölwirtschaft als Argumente zur Verteidigung des hohen Spritpreises dienen, finden sich auch in anderen EU-Ländern und fließen daher in die EU-Durchschnittspreise ein.

Die einzig positive Annäherung: Die Mineralölwirtschaft gab eine zeitlich unbestimmte Zusage, die Kostenstrukturen in ihrem Bereich verbessern zu wollen, um so Preissenkungen ermöglichen zu können. "Der ARBÖ steht ausschließlich auf Seite des Konsumenten, der nicht die Kosten für überholte Vertriebs- und Betriebsstrukturen zahlen soll", so ARBÖ-Präsident Dr. Schachter.

Alleine eine Annäherung an unser Nachbarland Deutschland würde folgende Reduktionen bedeuten: 96 Groschen pro Liter Eurosuper, 74 Groschen pro Liter Diesel. Daher: "Runter mit den Benzinpreisen, worauf wartet die Mineralölindustrie noch?"

Der ARBÖ ruft in der gegenwärtigen Situation die Kraftfahrer auf, Preisbewußtsein zu demonstrieren und nur bei günstigen Tankstellen tanken. Auch wenn dadurch vielleicht kleine Umwege in Kauf genommen werden müssen, ist es die einzige Möglichkeit der Konsumenten, ein Sinken der Preise zu beschleunigen.

Die günstigsten Abgabepreise sind der täglich aktualisierten "ARBÖ- Spritpreisbörse" im ORF-Teletext (Seite 433) zu entnehmen. Auf über 30 Seiten werden dort rund um die Uhr die preisgünstigsten Tankstellen in allen neun Bundesländern angeführt.

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