Stand des Hochleistungsausbaues der Westbahn

Zur Zeit 35 km fertiggestellt und 50 km in Bau

St.Pölten (NLK) - Zum aktuellen Stand der Projekte an der
Westbahn in Niederösterreich gab gestern die Eisenbahn-Hochleistungsstrecken AG (HL-AG) in einem Pressegespräch wesentliche Fortschritte in einzelnen Bauvorhaben und das zügige Voranschreiten weiterer Abschnitte bekannt. Insgesamt soll die Strecke zwischen Wien und Wels im Jahr 2009 durchgehend
viergleisig befahrbar sein.

Derzeit sind zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit bzw. zur Steigerung der Kapazität dieser wichtigen Bahnverbindung bereits
35 Kilometer, davon 14 in Niederösterreich, fertiggestellt und weitere 50 Kilometer, alle in Niederösterreich, in Bau. Insgesamt wird die Strecke zwischen Wien und Amstetten rund 33 Milliarden Schilling kosten, die größten Anteile davon entfallen auf Wien-St.Pölten (13 bis 14 Milliarden für 49 Kilometer), St.Pölten-Rohr (ca. 7 Milliarden für 25 Kilometer) und den Abschnitt Melk (2,6 Milliarden). Bis dato konnten überall sowohl geschätzte Kosten als auch Bauzeiten eingehalten werden.

Im einzelnen läuft derzeit im Abschnitt Wien-St.Pölten das Umweltverträglichkeitsprüfungs-(UVP)Verfahren, das eine öffentliche Erörterung und damit Vorstellung des Gutachtens Anfang November erwarten läßt. Nach positivem Abschluß des UVP-Verfahrens bzw. der Trassenverordnung des Ministeriums wird mit der Detailplanung und den Grundstückseinlösungen begonnen werden, zur Zeit sind die regionalen Erschließungswege im Tullnerfeld und die von der Region geforderte Begleitstraße zur Entlastung von
Judenau, Michelhausen etc. in Arbeit. Bezüglich der Trassenführung im Perschlingtal will die HL-AG dem Lösungsvorschlag der Gemeinde Weißenkirchen weitgehend nachkommen.

Im Abschnitt St.Pölten-Amstetten wurde im Dezember des
Vorjahres die Trassenverordnung für die Güterzugumfahrung St.Pölten erlassen und in Folge mit den Grund-ablösen und der Vorbereitung zu den eisenbahnrechtlichen Genehmigungsverfahren begonnen. Der Baubeginn könnte in Teilabschnitten noch 1999 erfolgen, die Inbetriebnahme ist voraussichtlich 2004 möglich, der Umbau des Bahnhofes St.Pölten muß vor der Fertigstellung von Wien-St.Pölten im Jahr 2009 abgeschlossen sein.

Die Bauarbeiten in den Abschnitten St.Pölten-Prinzersdorf, Loosdorf, Melk-Pöchlarn und Sarling-Ybbs laufen planmäßig; zwischen Prinzersdorf und Großsierning wird Anfang 1999 mit dem
Bau begonnen, der Umbau des Bahnhofes Pöchlarn wird bereits im
Juni 1998 in Angriff genommen werden. Insgesamt wird die HL-Bahn zwischen Prinzersdorf und Pöchlarn im Jahr 2001 fast durchgehend betriebswirksam sein, bereits im Oktober 2000 soll die Strecke St.Pölten-Ybbs für einen Betrieb mit 160 bzw. 200 km/h eingerichtet sein.

Im Bereich Blindenmarkt ergab eine öffentliche Erörterung am Mittwoch Differenzen zwischen der lokalen Bürgerinitiative und der HL-AG puncto Beeinträchtigung des Grundwasserhaushaltes, Lärmschutzmaßnahmen sowie Kosten verschiedener Trassenführungen, die Projektbearbeitung wird hier in engem Kontakt mit der Region fortgeführt. Die Gleiszulegungen zwischen Blindenmarkt-Amstetten und Ybbs-Hubertenhof werden nach der Trassenverordnung für Blindenmarkt gemeinsam zu den eisenbahnrechtlichen Bewilligungsverfahren eingereicht werden. Im Bereich Amstetten-St. Valentin erfolgt als nächstes der Tunneldurchschlag des Siebergtunnels bei Haag-St. Valentin am 9. Mai.

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