AK Muhm: OMV Gewinne geben Spielraum für Benzin-Nettopreissenkung

Wien (OTS) - Die Ergebnisse der heutigen OMV
Bilanzpressekonferenz sind für die AK eine gute Ausgangsbasis, daß die Mineralölwirtschaft die hohen Nettobenzinpreise endlich auf EU Niveau senkt, sagt Werner Muhm, Leiter des Wirtschaftsbereiches in der AK. Die Nettopreisdifferenz zwischen Österreich und dem EU Schnitt kostet Österreichs Autofahrer rund fünf Milliarden Schilling im Jahr, kritisiert Muhm. "Angesichts dieser hohen Nettopreise könne die Ankündigung einer weiteren Ertragsverbesserung im Jahr '98 nur als gefährliche Drohung für Österreichs Autofahrer empfunden werden," so Muhm. Wichtiger wäre für Muhm vielmehr die Frage, ob Österreichs Autofahrer mit den hohen Benzinpreisen die Expanison der OMV in den Nachbarländern finanzieren? Aufgrund der OMV Rekordgewinne soll die Mineralölwirtschft endlich einen Stufenplan entwickeln um die Netto-Benzinpreise schrittweise auf EU Niveau zu senken, verlangt Muhm. ****

Die Nettopreisdifferenz (vor Steuern) zwischen Österreich und dem EU Schnitt beträgt bei Eurosuper nach wie vor 85 Groschen und bei Diesel 60 Groschen. Beim Benzinpreisgipfel Anfang April hat sich
die Mineralölwirtschaft bereit erklärt, sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und die EU Statistik zu
analysieren. Das heute, Freitag, von der OMV präsentierte Bilanzergebnis wäre nun ein guter Anlaß, endlich die Nettopreise zu senken, meint Muhm.

Die Mineralölwirtschaft klammert sich nach wie vor an ihren Argumenten fest, wonach die hohe Tankstellendichte, die topographische Lage und die höheren Umweltstandards die preistreibenden Kostenfaktoren wären. Für die AK sind diese Gründe nicht glaubhaft. Seit 1992 seien ein Fünftel aller Tankstellen aufgelassen worden. Auch die OMV reduzierte ihr Tankstellennetz,
wie heute bei der Pressekonferenz verlautbart wurde. Diese Strukturbereinigung wirkt sich jedoch in keiner Weise auf die Preisgestaltung aus, kritisiert Muhm. Ähnlich verhält es sich mit den Transportkosten und den höheren Umweltstandards in Österreich. Die maximalen Grenzwerte für Schwefel sind EU-einheitlich
geregelt. Der durchschnittlche Benzolgehalt in der EU entpsricht
in etwa dem österreichischen Durchschnitt.

Der Wirtschaftsminister solle nicht immer als Schlichter
auftreten, sondern wirklich alles daran setzen, daß die
Nettopreise reduziert würden, kritisiert die AK.

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