17. April - weltweiter Tag des bäuerlichen Widerstandes für ein Recht auf Land und Nahrung - für einen fairen Handel - für eine gerechte Verteilung der landwirtschaftlichen Förderungen

Wien (OTS) - Die Österreichische Bergbauernvereinigung ist mit der Europäischen Bauernkoordination CPE Mitglied der weltweiten Bauernbewegung via campesina. Diese hat im Jahr 1996 den 17. April zum internationalen Tag des Bauernwiderstandes erklärt. Anlaß dazu war ein Massaker, bei dem 19 landlose Bauern von brasilianischen Sicherheitskräften getötet wurden. Am 26. März 1998 wurden wieder zwei Koordinatoren der Landlosenbewegung, Überlebende des Massakers vom 17. April 1997, auf offener Straße im Beisein der Militärpolizei und hunderter Zeugen von Pistoleros der Großgrundbesitzer ermordet.

Die Österreichische Bergbauernvereinigung unterstützt gemeinsam mit FIAN Österreich und anderen die berechtigten Forderungen der Landlosenbewegung (MST) für eine rasche und gerechte Land- und Agrarreform in Brasilien. "Der Ruf von Millionen landlosen Menschen nach einem Stück Land als Lebensgrundlage darf nicht länger im Interesse einiger weniger Großgrundbesitzer mit brutaler Gewalt unterdrückt und mit Ignoranz überhört werden", betont Maria Vogt, Obfrau der Österreichischen Bergbauernvereinigung. "Die EU ist durch ihre auf den Weltmarkt ausgerichtete Agrarpolitik mitverantwortlich an der schlechten Situation von Kleinbauern und Landlosen in Entwicklungsländern", kritisiert Vogt.

"Während Bauern in anderen Teilen der Welt um eine gerechte Landverteilung kämpfen, wehren sich Bäuerinnen und Bauern in Europa gegen die ungerechte Verteilung der Förderungen. Wir brauchen Obergrenzen und eine wirksame Staffelung", so Maria Vogt. "Die Vorschläge für die EU-Agrarreform innerhalb der Agenda 2000 bergen vor allem für die kleinen Betriebe und die Bergbauern viele Probleme."

Die Österr. Bergbauernvereinigung lehnt die Orientierung der EU-Agrarpolitik auf den Weltmarkt, die Preissenkungen und die ungerechte Förderungsverteilung entschieden ab. Die Bauern werden durch die enormen Preissenkungen immer abhängiger von öffentlichen Geldern und die ungerechte Verteilung dieser Mittel - ohne Obergrenzen und Staffelung - ist mitverantwortlich für das endgültige Aus von über 200.000 Bauernhöfen jährlich in der EU.

"Die KonsumentInnen werden durch die Senkung der Erzeugerpreise nicht entlastet - im Gegenteil: sie bezahlen mit ihren Steuergeldern eine Agrarpolitik, die mehr kostet und in die falsche Richtung führt - auf Kosten von Umwelt und Arbeitsplätzen", betont Maria Vogt.

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