Flughafen Wien 2

Flughafen Wien Bilanz

Die Konzernbilanz der Flughafen Wien Gruppe weist für 1997 einen Rückgang der Bilanzsumme um 262 Millionen Schilling auf 9,6 Milliarden Schilling auf, weil liquide Mittel für die Abdeckung von Verbindlichkeiten und Rückstellungen verwendet worden sind. Das Eigenkapital stieg um 4,1 Prozent auf 7,17 Milliarden Schilling (1996: 6,89 Milliarden Schilling).

Das Anlagevermögen verzeichnete ein Plus von 91 Millionen Schilling auf 7,16 Milliarden Schilling. Dabei betrugen die Investitionen in Sachanlagen 876 Millionen Schilling. Der Löwenanteil entfiel auf den Umbau des Flughafens für die Einhaltung des Schengener Abkommens sowie die Verlängerung der Piste 11/29.

Die flüssigen Mittel sanken durch den Rückgang des operativen Cash flows auf 819,5 Millionen Schilling (1996: 1,17 Milliarden Schilling) auf 2,03 Milliarden Schilling (-274 Millionen Schilling).

Verkehrsergebnisse

Passagiere

Die Anzahl der am Flughafen Wien abgefertigten Passagiere stieg um 6,5 Prozent, wobei das Wachstum im vierten Quartal mit 8,4 Prozent am stärksten war. Erstmals in der Geschichte des Flughafen Wien konnten mehr als eine Million Transferpassagiere (+17,1 Prozent) verzeichnet werden, was ein Indiz für die wachsende Bedeutung des Flughafen Wien als internationaler Hub ist. Im vierten Quartal wuchs die Anzahl der Transferpassagiere sogar um 29,2 Prozent.

An wichtigen neuen Liniendestinationen kamen 1997 New Delhi und Dubai hinzu. Die Frequenz der Flüge nach Johannesburg wurde verstärkt und die Strecke nach Kapstadt verlängert. Die bereits existierende Route Wien-Peking führt jetzt weiter nach Shanghai. Auf den Langstreckenflügen konnten um 20,7 Prozent mehr Passagiere verzeichnet werden.

Flugbewegungen

Bedingt durch die kurzfristigen Auswirkungen des Zusammenschlusses von Austrian Airlines, Lauda Air und Tyrolean Airways zur Austrian Group und der damit verbundenen Optimierung ihrer Flugpläne stiegen die Flugbewegungen im Berichtsjahr nur um 1,2 Prozent. Im vierten Quartal schlug sich die Erhöhung der Frequenzen mit einem Plus von 3,1 Prozent nieder. Insgesamt haben 1997 von Wien aus 57 Fluggesellschaften 125 Destinationen bedient.

Höchstabfluggewicht

Das Höchstabfluggewicht sank um 0,7 Prozent. Im ersten Quartal ist dies auf ein Minus im Charterverkehr zurückzuführen, im zweiten machte sich die Rationalisierung der heimischen Fluggesellschaften sowie der Trend vom Einsatz kleinerer Luftfahrzeuge bemerkbar. Im vierten Quartal ist das Höchstabfluggewicht wieder um 0,9 Prozent gestiegen.

Fracht

Das gesamte abgefertigte Frachtvolumen (inklusive "Trucking") stieg 1997 um beeindruckende 14,5 Prozent, wobei die Luftfracht um 13,1 Prozent auf 106.982 Tonnen, Trucking um 18 Prozent auf 41.676 Tonnen zulegen konnte. Der rasante Anstieg des Frachtgeschäftes hat mehrere Gründe. Zum einen hat Wien vom wachsenden Frachtgeschäft zwischen Asien und Europa sowie nach Osteuropa profitiert. Darüber hinaus zeigte der optimierte Langstreckenflugplan ebenso seine positiven Auswirkungen wie die intensiven Marketingaktivitäten in Westösterreich.

Konsumentendienste

Der Geschäftsbereich Konsumentendienste ist für große Teile des Non-Aviation-Umsatzes verantwortlich. Dazu gehören die Vermietung der Fläche für Geschäfte, Restaurants, Werbung sowie der Betrieb der Lounges, des VIP-Centres, des Besucherdienstes und der Parkhäuser bzw. -plätze. Während der Gastronomieumsatz hinter den Erwartungen zurückblieb, konnten die 43 Geschäfte im Transitbereich und die 21 landseitig gelegenen ihren Umsatz um erfreuliche 8,5 Prozent steigern.

Restrukturierung der Unternehmensorganisation

Im Jahr 1997 konnte der Restrukturierungsprozess der Flughafen Wien AG erfolgreich abgeschlossen werden. Das Unternehmen ist jetzt in sechs Geschäftsbereiche gegliedert:

Flughafendienste Betrieb der luftseitigen Bewegungsflächen,

Sicherheitsdienst

Airline & Terminaldienste Betrieb des Terminals, Airlinemarketing,

Tarifordnung

Abfertigungsdienste Abfertigung der Luftfahrzeuge, der
Passagiere,

des Gepäcks und der Fracht

Konsumentendienste Vermietung und Vermarktung der Fläche von

Geschäften, Restaurants, Werbung, Betrieb der Lounges, des VIP-Centres,
des Besucherdienstes und der Parkierung

Immobilien Verwertung und Vermarktung neuer und

bestehender Flughafenimmobilien; Baumanagement, Verkehrsanbindung

Technische Dienste Infrastruktur, Werkstätten, EDV und

Telekommunikation, Materialwirtschaft

Zusätzlich gibt es noch sieben zentrale Dienste: Das Generalsekretariat, Personal, Managementdienste, Finanzen und Beteiligungen, Kommunikation, Qualitätswesen und Revision. Die Vorstandsdirektoren der Flughafen Wien AG, KommR Dr. Gerhard Kastelic und Dr. Franz Kotrba erwarten von der Restrukturierung Verbesserungen in der Kundenorientierung und Produktivität.

Masterplan

Für den Ausbau des Flughafens bis ins Jahr 2015 wurde im Berichtsjahr der Masterplan 2015 formuliert. Er wurde am 31. März 1998 dem Aufsichtsrat präsentiert. Er sieht Investitionen in der Höhe von 30 Milliarden Schilling und eine Reihe von wichtigen Projekten vor, wie den Bau des Pier Nordost, eines neuen Terminals, eines Bürogebäudes und eines Flugsicherungsturmes, die Verbesserung der bestehenden Pistensysteme, ein neues Gerätezentrum, die Erweiterung des Vorfeldes und den Bau einer dritten Piste. Der Masterplan 2015 ist darauf ausgerichtet, für die zu erwartenden Passagier- und Flugbewegungszuwächse vorbereitet zu sein. Prognosen gehen dabei von 25 Millionen Passagieren im Jahr 2015 aus. Der Ausbau wird in den einzelnen Jahren bedarfsgerecht erfolgen.

Als Bestandteil der Strategie, den Flughafen Wien als multimodales Wirtschaftszentrum zu entwickeln, wurde anläßlich der Immobilienmesse Mipim in Cannes das neueste Projekt, der Vienna AirportBusiness Park mit einer Kapazität von 17.000 m2 Bürofläche und 46.800 m2 Lagerfläche, vorgestellt.

Ausblick

In den ersten drei Monaten des Jahres 1998 stieg die Anzahl der Passagiere um 6,5 Prozent, obwohl der traditionell starke Osterverkehr erst ins das zweite Quartal 1998 fiel. Bei den Transferpassagieren konnte sogar ein Plus von 38,2 Prozent verzeichnet werden. Die Flugbewegungen stiegen um 5 Prozent, das Höchstabfluggewicht um 2 Prozent, das Frachtvolumen wiederum um 10,5 Prozent

Das voraussichtlich mit Juli 1998 in Kraft tretende Bodenabfertigungsgesetz stellt die Flughafen Wien AG vor die Aufgabe, zentrale Infrastrukturleistungen mehreren Nutzern zu fairen und transparenten Kosten und nach ebensolchen Kriterien zur Verfügung zu stellen. 1999 wird dann mit mehreren Handlinganbietern zu rechnen sein. Der Geschäftsbereich Abfertigungsdienste hat sich darauf optimal vorbereitet.

Für heuer erwartet die Flughafen Wien AG positive Auswirkungen aus der kundenorientierten Neuorganisation des Unternehmens, den Investitionen in neue Projekte und der Reduktion der Personalkosten durch das Golden-Hand-Shake-Programm.

"Die Verkehrsergebnisse und die Expansionspläne für die nächsten Jahre sollten unseren Aktionären die Sicherheit geben, daß sich das Unternehmen auch weiterhin positiv entwickeln wird", erklärten die Vorstandsdirektoren der Flughafen Wien AG, KommR Dr. Gerhard Kastelic und Dr. Franz Kotrba anläßlich der Bilanzpressekonferenz in Wien. (Schluß)

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