AK beharrt auf gesetzlicher Regelung bei der Euro- Preisauszeichnung

Konsumenten brauchen Sicherheit bei der Währungsumstellung

Wien (OTS) - Der Handel soll sich an die getroffenen
Vereinbarungen halten und endlich der gesetzlichen doppelten Preisauszeichnung zustimmen, fordert die AK. Das heute von Handelsfunktionären vorgestellte Modell zu einer freiwilligen Preisauszeichnung gibt den Konsumentinnen und Konsumenten keine ausreichende Sicherheit, denn mit "freiwilligen Vereinbarungen" haben die Verbraucherschützer schlechte Erfahrungen gemacht. Auch das Argument, eine gesetzliche Regelung wäre teurer als eine freiwillige, ist nicht stichhaltig. Wenn eine freiwillige doppelte Preisangabe die gleiche Qualität wie eine gesetzliche haben soll, dann kostet sie auch in etwa gleich viel. Und da die Wirtschaft
von der Euro-Einführung profitieren wird, ist eine kurzfristige Mehrbelastung durchaus zumutbar.

Immer dann, wenn der Handel eine "freiwillige Selbstverpflichtung" anstrebt, ist Vorsicht geboten. Es sei hier nur an die
"freiwillige Verkaufsbeschränkung für aggressives Spielzeug" erinnert, mit der der Verkauf von Kriegsspielzeug eingedämmt
werden sollte. Nur ein einziges Geschäft in Wien (!) hat sich
daran gehalten. Solche Beispiele zeigen, daß es gerade bei einer
so wichtigen Neuerung wie der Euro-Einführung eine klare gesetzliche Regelung braucht, auf die sich die Konsumentinnen und Konsumenten wirklich verlassen können.

Der Handel beklagt, daß Österreich das einzige EU-Land sei, in dem die doppelte Preisauszeichnung gesetzlich geregelt werden soll.
Nach Meinung der AK spricht aber nichts dagegen, daß die österreichischen Verbraucher über das EU-Mindestmaß hinaus geschützt werden. Die EU-Kommission schreibt zwar keine
gesetzliche Regelung vor, legt aber Wert auf einen nationalen Konsens zwischen Verbraucherverbänden und der Wirtschaft. Dieser Konsens wurde in Österreich im Vorjahr erreicht. Zur Erinnerung:
1997 haben sich die Sozialpartner auf eine gesetzliche Regelung
der doppelten Preisangabe bei der Euro-Einführung geeinigt. Wirtschaftsminister Farnleitner hat kürzlich einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt, der ohnehin viele Ausnahmen vorsieht
(die meisten Kleinbetriebe und Einzelhändler wären nicht betroffen). Wenn sich der Handel jetzt von der Vereinbarung verabschieden will, spricht das nicht gerade für Handschlagsqualität. Und: Gerade der Handel sollte eigentlich Wert darauf legen, daß die Skepsis der Bürger gegen die neue Währung abgebaut wird. Mit der Ablehnung der gesetzlichen
Doppelpreisangabe erreichen die Handelsfunktionäre aber genau das Gegenteil.

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