Gumpinger: Elternbildung einzig mögliche Prävention gegen Gewalt in der Familie

Familienbund veranstaltet gemeinsam mit Familienministerium österreichweiten Studientag zur Elternbildung in Wien

Wien (OTS) - Elternbildung ist für den Familienbund die wichtigste präventive Maßnahme gegen Gewalt in der Familie. Physische und psychische Gewalt sind oft Ausdruck der Ohnmacht gegenüber der Situation oder der Lebensumstände, stellte der Präsident des Österreichischen Familienbundes, LAbg. Mag. Otto Gumpinger, anläßlich des Studientages "Elternbildung: Anspruch-Grenzen-Verwirklichung", der vom Österreichischen Familienbund gemeinsam mit dem Familienministerium veranstaltet wird und das Schwerpunkthema "Pubertät" hat, fest.

Wie Gumpinger weiter feststellte, will der Familienbund keinen verpflichtenden Elternführerschein, sondern Anreize für Eltern, Elternbildung im Sinn der Prävention wahrzunehmen und als selbstverständlich anzusehen.

Elternbildungsangebote wahrzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeugt von einer verantwortungsbewußten Elternschaft. Im ersten Hauptreferat präsentiert Mag. Martina Beham vom Institut für Familienforschung eine neue Studie zum Thema "Pubertät - ein Balanceakt".

Beham: Die Pubertät stellt Eltern und Kinder vor neue Herausforderung

In der Pubertät müssen, so Beham, die Unabhängigkeit der Jugendlichen und der Weiterbestand der elterlichen Grenzen in Einklang gebracht werden. Hinderlich für die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben in Familien ist:

· falsch verstandener Zusammenhalt in der Familie
· wenn durch zu enge Familiegrenzen der Auf- und Ausbau außerfamiliärer Beziehungen erschwert wird
· wenn Kinder zu "Ersatzpartnern" und Eltern zu "Ersatzgeschwistern" werden
· extreme Uneinigkeiten der Eltern in den Erziehungsvorstellungen · Beziehungsprobleme der Partner, die nicht miteinander ausgetragen werden
· übertriebene Ängste der Eltern vor Außengefahren wie Drogen und Sekten

Im zweiten Referat beschäftigt sich Mag. Maria Irnberger, von der Servicestelle für Elternbildung des Familienreferats der Diözese Graz-Seckau, mit praktischen Überlegungen zur Situation von Eltern mit pubertierenden Kindern.

Irnberger: Bildungsangebote für Eltern sind zu wenig bekannt

Wie Irnberger ausführt, gibt es eine Fülle an Informationen über Medien, Literatur und Zeitschriften, jerdoch erst die Verknüpfung mit dem Erfahrungswissen und dem eigenen Tun der Eltern führt zu neuen Einsichten und Handlungsalternativen.

Von den verantwortlichen staatlichen Stellen erwartet sich Irnberger gezielte mediale Öffentlichkeitsarbeit zur Bewußtseinsbildung für die Bedeutung der präventiven Arbeit mit Eltern. Elternbildung ist Prävention mit nachhaltiger Wirkung versus Krisenmanagement. Weiters sollte eine finanzielle Grundabsicherung für den Aufbau von Strukturen, die eine langfristige Arbeit der Einrichtungen ermöglichen, erfolgen. Von Einrichtungen wünscht sich Irnberger den Aufbau von kontinuierlichen Angeboten vor Ort, Qualitätssicherung bei den Angeboten nd den ReferentInnen und das Schaffen von "Orten der Begegnung und des Gesprächs".

(Fortsetzung möglich)

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