Österreichische Gesellschaft für Genetik und Gentechnik (OeGGGT): "Durch Änderungen im Gentechnikgesetz ist Wissenschaft in Österreich stark benachteiligt.

Wien (OTS) - Am Donnerstag werden im Plenum des Nationalrats die
im Gentechnikausschuss beschlossenen Änderungen im Gentechnikgesetz debattiert. Diese geplanten Änderungen sind der Kompromiss eines langwierigen Diskurses zwischen Politik und Betreibern des Gentechnikvolksbegehrens. Die dabei unter grossem Druck gemachten Zugestaendnisse haben bewirkt, dass in Österreich das wahrscheinlich weltweit rigoroseste Gentechnikgesetz existieren wird.

Die österreichischen Wissenschaftler werden grosse Anstrengungen unternehmen müssen um im Bereich der molekularen Biowissenschaften internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Am stärksten treffen die Forscher die administrativen Hürden, die nicht auf erhöhte Sicherheit abzielen. Diese machen wissenschaftliche Freisetzungsexperimente nahezu unmöglich. Zum einen wird die erweiterte Parteistellung generell ein hohes Mass an organisatorischen Problemen und Zeitverzögerungen bewirken.

Eine zweite Massnahme trifft vor allem die Universitäten im Bereich ihrer Teilrechtsfähigkeit: Welches aus Drittmitteln finanzierte Forscherteam an der Universität wird die Gelder aufbringen, um hohe Haftpflichtversicherungen, die als Voraussetzung für die Genehmigung von Experimenten vorgesehen sind, zu bezahlen? Das gilt nicht nur für alle Freisetzungsexperimente, sondern auch für bestimmte Arbeiten im geschlossenen System. Das trifft die österreichische Grundlagenforschung hart und kann dazu führen, dass auch universitäre medizinische Forschung beeinträchtigt wird.

Die OeGGGT erlaubt sich jedoch festzustellen, dass es der äusserst umsichtigen und von hohem Verantwortungsbewusstsein um die Sache geprägten Leitung des Gentechnikausschusses durch dessen Obfrau, Abg.z.NR. Rauch-Kallat und des Obfraustellvertreters Herrn Abg.z.NR. Gradwohl zu verdanken ist, dass nicht noch schwerwiegendere Belastungen entstanden sind. Beide haben sich sehr bemüht, Sachlichkeit einzufordern und mussten deshalb auch so manche herbe Kritik von Opposition und Betreibern des Gentechnikvolksbegehrens einstecken.

Rückfragen & Kontakt:

Gentechnik
c/o Prof. Dr. Helmut Schwab Institut für Biotechnologie
Petersgasse 12, 8010 Graz Tel.: 0316-873-8418
E-mail: SCHWAB@BIOTE.TU-GRAZ.AC.AT

Österreichische Gesellschaft für Genetik und

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS