Wiener Festwochen Stellungnahme zum Rechnungshofbericht

Großteil der Vorwürfe des Rohberichts entkräftet

Wien (OTS) - Die Wiener Festwochen beurteilen das Ergebnis der Prüfung durch den Rechnungshof durchaus positiv. Die Wiener Festwochen konnten einen Großteil der Vorwürfe des Rohberichtes richtigstellen bzw. entkräften. Die wenigen nunmehr vorliegenden Kritikpunkte betreffen vergangene und bereinigte Personalia sowie Bereiche, die durch die Statuten- und Strukturreformen des letzten Herbstes neu organisiert sind. In einigen Punkten sehen sich die Wiener Festwochen veranlaßt, ihren Standpunkt in Ergänzung zu vorliegendem Bericht klarzulegen.

Organe

Betreffend der Ansicht des RH, daß bei Personenidentität von Vertretern des Förderungsgebers und des Förderungsunternehmens die Verhaltensbindung des Förderungsempfängers sowie die Sicherung einer entsprechenden Kontrolle nicht in vollem Umfang
gewährleistet sei, halten die Wiener Festwochen entgegen, daß im Überprüfungszeitraum der klare Wille seitens der Stadt Wien gegeben war, daß Vertreter der Bundeshauptstadt in geförderten Vereinen tätig sein sollen.
(siehe Äußerung des Stadtsenates zum Bericht des Rechnungshofes vom 6. April 1989, ZI. 0331/30-SL IV/89, betreffend das Ergebnis
der Gebarungsüberprüfung der Jahre 1984 bis 1986 des Kulturamtes -MA 7- der Bundeshauptstadt Wien). Darüber hinaus gilt es anzumerken, daß die Ausübung der Funktionen in den Organen ehrenamtlich erfolgte.

Förderungszuwendungen

Betreffend des Vorwurfes des Rechnungshofes, daß aus Gründen der Kostenwahrheit alle Leitungen der Vereinigten Bühnen Wien GesmbH abgegolten werden sollten, verweisen die Wiener Festwochen auf die im Jahr 1989 mit den Vereinigten Bühnen Wien GesmbH geschlossen Vereinbarung, die die Bespielung des Theaters an der Wien während der Festwochen regelt. Diese Regelung ist im Einvernehmen mit der Stadt Wien getroffen worden. Auf Wunsch des amtsführenden Stadtrates für Kultur werden ab diesem Jahr die Leistungen der Vereinigten Bühnen Wien direkt von den Wiener Festwochen abgegolten.

Eigendeckungsgrad

Der Eigendeckungsgrad der Wiener Festwochen stieg im Zeitraum
von 1993 bis 1996 von 22% auf 32%. Schon die grundverschiedenen Voraussetzungen wie künstlerische Zielsetzungen, Anzahl der Produktionen, Fassungsraum der Spielstätten, die deutlich niedrigeren Kartenpreise der Wiener Festwochen, Spielstätten-Mieten und -Adaptierung machen einen Vergleich mit anderen österreichischen Festivals, wie Salzburg und Bregenz unmöglich.

Veranstaltungen

Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit versuchen die Wiener Festwochen unter Wahrung der Programmrichtlinien und des künstlerischen Qualitätsanspruches durch ein breites Programmangebot und die Kombination von Eigen- und Gemeinschaftsproduktionen sowie Gastspielen eine wirtschaftliche Ausgewogenheit herzustellen. Eine isolierte Betrachtung einzelner Spielstätten oder Produktionen ist nicht zulässig. Nach Mitteilung des BKA "sollten im gesamtösterreichischen Bundesinteresse, das
auf den international hohen Rang österreichischen Kunstschaffens bezogen ist, künstlerisch wertvolle Eigenproduktionen auch künftig das Profil der Wiener Festwochen prägen."

Verwertungsrechte

Betreffend der Verwertung von Rechten aus Produktionen betonen die Wiener Festwochen, daß die Veräußerung der Werknutzungsrechte eine wirtschaftliche Leistung darstellt und diese ab 1998 verwaltungstechnisch nicht mehr ausgelagert ist, sondern von den Wiener Festwochen selber betrieben wird.

Zielerreichung und externe Effekte

Die Zielsetzungen der Wiener Festwochen sind klar und eindeutig
- auch schriftlich festgelegt:
Künstlerische und wirtschaftliche Kompetenz
Steigerung der Besucher- und Einnahmensauslastung
Festigung der Präsenz in Wien
Internationale Bewerbung - Tourismusförderung
Erhöhung der Akzeptanz (Festival allgemein und Programmangebot) im In- und Ausland
Erkennen der (Stamm-) Kundenbedürfnisse

Folgende Kennzahlen belegen eindrucksvoll, daß die
operationalen Ziele der Wiener Festwochen im Zeitraum von 1993 bis 1997 erreicht wurden:

Die aufgelegten Karten stiegen von 41.000 auf 81.000, die Einnahmen von ÖS 8,5 Mio auf ÖS 24,6 Mio, die Einnahmensauslastung von 57% auf 68%.

Hinsichtlich externer Effekte wurde vergangene Woche eine
Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Integral präsentiert, demnach bringt jeder eingesetzte Subventionsschilling der Wirtschaft der Stadt Wien 2,3 Schillinge und wurde damit mehr als verdoppelt.

Zu weiteren externen Effekten verweisen die Wiener Festwochen
auf das immense Medienecho im In- und Ausland.

Rechnungswesen/Bilanzen

Die Wiener Festwochen haben wiederholt festgehalten, daß sie weder aufgrund gesetzlicher Bestimmungen noch der Statuten verpflichtet sind einen Rechnungsabschluß unter Einhaltung aller Bestimmungen des HGB zu erstellen.
Die kameralistische Behandlung des Anlagevermögens entspricht wie bei anderen Kulturinstitutionen eher den Gegebenheiten eines Kulturunternehmens. Eine Verteilung der Anschaffungskosten auf
eine fiktive Nutzungsdauer im Wege einer (handelsrechtlichen) Abschreibung würde Bilanzgewinne ausweisen, die de facto nicht entstanden sind, und den tatsächlichen Mittelfluß unrichtig widerspiegeln.

Kartengebarung

Die positive Entwicklung der Kartengebarung von 1993 bis 1996 stellt sich wie folgt dar:
die Anzahl der von den Wiener Festwochen aufgelegten Karten sich
von 1993 bis 1996 nahezu verdoppelt (41.490-77.847). Jährlich wurden durchschnittlich über 80% der aufgelegten Karten abgegeben. In diesem Zeitraum hat sich die Anzahl der Vollpreiskarten ständig erhöht und betrug 1996 76,2%. Bei den Freikarten ging der Prozentanteil von 5,8% (1993) auf 3,2% (1997) zurück. Die Freikarten teilen sich auf in Ensemblekarten, Mitarbeiterkarten, Dienstsitze für Behördenvertreter, Dienstsitze für die Leitung der einzelnen Spielstätten, Festwochenleitung, Umsetzer und Karten für Personen des öffentlichen Lebens. Die Gesamtzahl an Freikarten für die letztgenannte Gruppe betrug 1996 489 Stück.

Verwaltungspersonal/Überstunden

Für Überstunden wurden 1996 bei den Wiener Festwochen nur ca. 2% des gesamten Personalaufwands ausgegeben.

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