Schender: "Gastschulbeitrag widerspricht Schulgeldfreiheit" - Fonds als Lösungsvorschlag

Wien (OTS) - Eine achtfache Mutter aus dem Bezirk Unterrohr bei Hartberg (Steiermark) beschwerte sich bei Volksanwalt Schender darüber, daß sie für den sprengelfremden Schulbesuch ihres Sohnes an der Montesori-Volksschule Wörterberg einen als "Spende" deklarierten Gastschulbeitrag in Höhe von S 2.000,-- pro Jahr an die Gemeinde Wörterberg (Burgenland) zahlen müsse. ****

Die Gemeinde Wörterberg bestreitet, für den sprengelfremden Schulbesuch Schulgeld gefordert bzw. eingehoben zu haben. Die betroffene Mutter hätte vielmehr bloß eine "Spende" auf das Gemeindekonto einbezahlt.

"Reine Wortklauberei" entgegnet Volksanwalt Horst Schender.
"Die 'Freiwilligkeit' der 'Spende' ist allein schon dadurch in
Frage gestellt, daß sich die Beschwerdeführerin darüber bei der Volksanwaltschaft beschwert. Hier liegt eindeutig eine verdeckte Einhebung von Gastschulbeiträgen vor. Bloß um der Gesetzwidrigkeit zu entgehen, wird das Schulgeld als Spende deklariert."

Die Abwälzung der Gastschulbeiträge auf Eltern ist bloß ein Aspekt der in den vergangenen Jahren wiederholt von Volksanwalt Schender dem Gesetzgeber aufgezeigten Problematik der starren Schulsprengeleinteilung. Auch die Ablehnung der Aufnahme sprengelfremder Kinder in sprengelfremden Schulen resultiert aus
der derzeitigen unflexiblen Regelung, die dringend reformbedürftig ist, da sie den modernen Anforderungen an Flexibilität und Mobilität nicht gerecht wird. Sie wird von vielen Eltern, die ihre Kinder entweder in Schulen mit besonderen Bildungsschwerpunkten unterbringen wollen oder aus beruflichen oder privaten Gründen einen sprengelfremden Schulbesuch ihrer Kinder bevorzugen würden, als Einschränkung empfunden.

Volksanwalt Schender schlägt die Einrichtung von Fonds auf Länderebene zur Schaffung eines Lastenausgleiches zwischen den Schulerhaltern zur Lösung der Problematik vor. Damit wäre sichergestellt, daß Kinder die ihren Interessen und Talenten am besten entsprechende Schule besuchen könnten.

Rückfragen & Kontakt:

VA Horst Schender
Singerstraße 17
1015 Wien
Tel.: (01) 515 05/121Volksanwaltschaft

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VOA/OTS