Konjunktur im Gewerbe und Handwerk kommt langsam in Fahrt

Auftragsbestände im investitionsgüternahen Bereich sind im 1. Quartal um 2% gestiegen

Wien (PWK) - Die Konjunktur im Gewerbe und Handwerk kommt langsam
in Fahrt. Nach einem Bericht des Instituts für Gewerbe- und Handwerksforschung (IfG) sind die Auftragsbestände der investitionsgüternahen Branchen im 1. Quartal 1998 um rund 2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Auch in den konsumgüternahen Bereichen hat sich die Lage etwas gebessert. Die Zahl der Betriebe, die ihre Umsätze steigern konnten, verbesserte sich um 11%-Punkte. "Mit einem durchschnittlichen Auftragsbestand von 11,9 Wochen haben wir zwar noch längst nicht das Niveau von 1995 erreicht, aber wir stehen vor einer Trendwende. Die Bewölkung am Konjunkturhimmel lockert auf und erste Sonnenstrahlen kommen durch", kommentiert Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, die aktuelle Lage. ****

Während die Preise im Gewerbe und Handwerk mit einem Plus von 0,3% in fast allen Branchen stabil geblieben sind, überrascht die hohe Investitionsfreudigkeit der Unternehmen. Im vergangenen Jahr haben die rund 74.000 Betriebe mit 65.9000 Schilling pro Beschäftigtem fast 40 Mrd Schilling (+39%) investiert, großteils in bauliche Investitionen (+65%). Derzeit beschäftigt der größte Arbeitgeber Österreichs rund 600.000 Mitarbeiter und bildet mit einer Zahl von rund 70.000 mehr als die Hälfte aller Lehrlinge aus. Für das zweite Quartal planen per Saldo 4% der vom IfG befragten Betriebe Personal aufzunehmen.

Positiv, wenn auch von einem äußerst bescheidenen Niveau ausgehend, haben sich die Auftragsbestände nach Wochen im 1. Quartal 1998 bei den Zimmermeistern und im Baugewerbe(+9,3), den Druckern (+6,7%) und den Kunststoffverarbeitern (+6,5%) entwickelt. Weniger gut lief es bei den Tischlern (-10,1%), im Bereich Werbung und Marktkommunikation (-13,2%) und bei den Dachdeckern (-19,5%). Eher ungewöhnlich ist ein gewisses Ost-West-Gefälle. Mit Ausnahme von Tirol (+13,6%), das sich nach einer längeren Durststrecke langsam wieder konjunkturell erholt, hat sich die Konjunktur in den westlichen Bundesländern nicht so gut entwickelt wie in den östlichen Bundesländern. Schlußlicht ist Salzburg mit einem Minus von 21,2% bei den Auftragsbeständen im investitionsgüternahen Bereich.

In den konsumnahen Sektoren hat sich die Situation vor allem im Bereich Textil und Bekleidung deutlich verbessert. Hatten 1997 noch 31% der Betriebe mit Umsatzeinbußen zu kämpfen, so waren es im ersten Quartal 1998 nur mehr 13%. Ähnlich die Lage bei Nahrungs- und Genußmitteln. Hier sank die Zahl der Betriebe mit Umsatzeinbußen von 44% auf 33%. Bei den perönlichen Dienstleistungen verringerte sich die Zahl der Unternehmen mit Umsatzeinbußen von 34% im Jahre 1997 auf 28% im 1. Quartal 1998.

Der Anteil der Betriebe mit Umsatzeinbußen im konsumnahen Sektor ist zwar in allen Bundesländern immer noch größer als jener mit Umsatzsteigerungen. Ein "turn around" zeichnet sich jedoch bereits für das 2. Quartal ab. Laut IfG liegt der Saldo der Unternehmen mit positiven Umsatzerwartungen bereits bei +2%, während er im Vorjahr noch bei -9% lag. Auch in den investitionsgüternahen Branchen rechnen bereits um 7% mehr Betriebe mit steigenden Auftragsbeständen als noch vor einem Jahr.
(Schluß) mh

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